Einigung zwischen EU und China Nur noch 350.000 Hybridauto-Importe pro Jahr
Seit zwei Jahren sind EU-Zölle auf Elektroautos aus China in Kraft, viele chinesische Hersteller steigerten seitdem ihre Exporte von Hybrid-Fahrzeugen. Dem setzt die Europäische Union jetzt Grenzen.
Wenige Tage ist es her, dass sich die Europäische Union und China darauf einigten, den Import chinesischer Hybrid-Autos in die EU grundsätzlich zu begrenzen, jetzt gibt es konkrete Zahlen: Die Obergrenze liege bei 350.000 Fahrzeugen jährlich, sagte ein Vertreter der EU-Kommission.
Die EU befürchtet, dass chinesische Autos europäische Hersteller vom Markt verdrängen könnten, weil sie billiger sind. 2024 hat die EU deshalb bereits Sonderzölle auf Elektroautos aus China verhängt. Seitdem verkauft China aber deutlich mehr Plugin-Hybride nach Europa. Die EU-Kommission schätzt nach Angaben von Beamten, dass ihre Zahl in diesem Jahr auf rund 800.000 steigen könnte.
Künftig sollen die europäischen Zollbehörden keine Hybrid-Autos aus China mehr genehmigen, sobald die jährliche Obergrenze erreicht ist. Sie soll im ersten Jahr bei 350.000 Autos liegen und danach jedes Jahr um sechs Prozent steigen, nach vier Jahren läuft die Begrenzung demnach aus. Damit hält sich die EU nach Angaben des Beamten an die Regeln der Welthandelsorganisation (WTO). "China hat dem zugestimmt", betonte ein weiterer Beamter in Brüssel.
"Wichtiger erster Schritt"
EU-Handelskommissar Maros Sefcovic und sein chinesischer Amtskollege Wang Wentao hatten nach einem Treffen am Freitag bereits eine Einigung verkündet, aber keine Details genannt. Sefcovic sprach in Peking von einem "wichtigen ersten Schritt", um das Gleichgewicht im Handel zwischen beiden Seiten wiederherzustellen. Sefcovic zufolge willigte China außerdem ein, die Zölle für einige Produkte aus der EU zu senken.
China erklärte sich zudem bereit, "die Genehmigung von Ausfuhrlizenzen für Seltene Erden und Dauermagnete für die EU zu erleichtern", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. Zu Zugeständnissen an die chinesische Regierung im Rahmen der Vereinbarung äußerte sich Brüssel zunächst nicht.
Die EU importiert deutlich mehr Waren aus China als umgekehrt. Europäische Firmen sind außerdem auf Rohstoffe, Halbleiter und Materialien für Erneuerbare Energien aus China angewiesen. Ende der Woche wollen auch die Staats- und Regierungschefs der EU über die angespannten Handelsbeziehungen beraten.



