Zug entgleist in Frankreich Ermittler schließen Sabotage nicht aus
In Nordfrankreich entgleist ein Zug, mehr als 40 Menschen werden verletzt. Französische Medien berichten nun, dass es möglicherweise kein Unglück war. Offenbar fanden Ermittler einen Schienenteil auf der Strecke.
Nach dem Entgleisen eines Zugs in Nordfrankreich schließt die Polizei Sabotage als Ursache nicht aus. Auf der Strecke sei ein Schienenteil gefunden worden, was auf eine vorsätzliche Tat hindeute, berichteten französische Medien.
Der Regionalzug mit 186 Passagieren war am Freitagabend in der Normandie zwischen den Städten Rouen und Caen unterwegs gewesen, als er entgleiste. Mehr als 40 Menschen wurden verletzt. Laut den Behörden ist unter den Verletzten eine 18-Jährige, die sich in einem kritischen Zustand befindet.
Laut dem Fernsehsender BFMTV wird vermutet, dass der Zug am Freitagabend gegen 19.30 Uhr mit einem Gegenstand kollidierte. Daraufhin seien fünf Waggons aus den Schienen gesprungen, einer davon kippte um. Der Lokführer wurde bereits auf Drogen- und Alkoholkonsum überprüft; die Tests fielen aber negativ aus.
Plötzlich flogen Koffer durch die Luft
Ein Passagier schilderte dem Sender die dramatischen Sekunden vor und nach dem Unfall: Erst habe es sich angefühlt wie eine Notbremsung, dann sei der Zug durchgerüttelt worden, weil er nicht mehr auf dem Gleis fuhr, sondern über Schotter rumpelte. "Unser Fenster ist geborsten, Qualm stieg auf und Koffer flogen umher", berichtete der Mann. "Dann haben wir den anderen Waggon an unserem Fenster vorbeirauschen sehen."
Die Rettungskräfte rückten mit einem Großaufgebot zum Unfallort aus. Mehr als 130 Feuerwehrleute, 50 Polizisten und 80 Fahrzeuge seien im Einsatz gewesen, hieß es in französischen Medienberichten.


