Chancen sind gering Donald Trump will den Friedensnobelpreis

Wer unter den diesjährigen 287 Kandidaten für den Friedensnobelpreis ist, ist geheim. Doch ziemlich sicher auf der Liste stehen dürfte US-Präsident Trump - trotz Krieg gegen den Iran. Seine Chancen sind allerdings eher gering.

Donald Trump hat den Traum vom Friedensnobelpreis noch nicht aufgegeben. „Jeder sagt, ich sollte den Friedensnobelpreis bekommen.“ Und: „Es gibt viel Ungerechtigkeit in dieser Welt.“ Der US-Präsident fühlt sich ungerecht behandelt, denn bekommen hat er den Preis nie.

Seit seiner ersten Amtszeit beschwert sich Trump darüber. Schließlich sei sein Vorgänger Barack Obama auch ausgezeichnet worden. Er habe dagegen acht Kriege beendet, betont Trump immer wieder, unter anderem den zwischen Israel und Iran.

Friedensrat ohne nennenswerte Erfolge

Karim Hagagg vom Friedensinstitut SIPRI ist nicht überzeugt. „Man kann nicht sagen, dass er gar nichts vorzuweisen hat. Aber diese Liste ist übertrieben.“ Anerkennung bekam Trump vor allem für die Waffenruhe im Gazastreifen vor einem Jahr. Den Wiederaufbau sollte eigentlich sein neu gegründeter Friedensrat organisieren: das Board of Peace. Doch passiert ist bislang wenig. Hilfsgelder sind kaum geflossen.

Auch Israel, Pakistan und Kambodscha gehören dem Friedensrat an, und alle drei Länder haben Trump nach eigenen Angaben für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. Im vergangenen Jahr ging Trump leer aus.

Zwei Trostpreise für Trump

Im vergangenen Jahr ging der Friedensnobelpreis an die venezolanische Oppositionsführerin Machado. Sie schenkte dem US-Präsidenten später ihre Medaille und er nahm sie gerne an, aber das Nobelkomitee stellte klar: Der Preis kann weder geteilt noch weitergegeben werden.

Quasi einen Trostpreis, dachte sich Trumps Freund und Fifa-Chef Gianni Infantino aus. Er verlieh Trump den extra ins Leben gerufenen Friedenspreis des Weltfußballverbands. „Das ist dein Friedenspreis, der gleichzeitig auch eine schöne Medaille ist, die du immer tragen kannst, überall, wo du hingehst“, sagte Infantino.

Die Chancen, dass es in diesem Jahr auch mit dem Friedensnobelpreis klappt, schätzen Experten als sehr gering ein. Auch weil die USA seit Februar Krieg gegen Iran führen. Für Trump ist das kein Widerspruch. Schließlich habe es in der Geschichte des Friedensnobelpreises keinen gegeben, der die Auszeichnung so sehr verdiene wie er, sagt Trump.