Vorfall im NATO-Gebiet Drohne über Litauen war mit Sprengstoff bestückt

Die Vorfälle mit Flugobjekten im NATO-Gebiet häufen sich: In Litauen wurde gestern eine Drohne abgeschossen. Ersten Erkenntnissen zufolge war sie mit Sprengstoff beladen. Woher sie stammt, ist weiter unklar.

Eine über Litauen abgeschossene Drohne hatte Sprengstoff geladen. Das teilte der litauische Verteidigungsminister, Robertas Kaunas, auf Facebook mit. Spezialkräfte hätten den Sprengsatz mittlerweile entschärft. Nun soll die Drohne weiter untersucht werden.

In der Nacht zu Dienstag hatten italienische Eurofighter die Drohne über einem ländlichen Gebiet nahe dem Dorf Pratkunai vom Himmel geholt. Verletzte oder Schäden gab es nicht.

Erste Erkenntnisse: Von Belarus nach Litauen

Präsident Gitanas Nauseda bedankte sich auf der Plattform X bei den NATO-Einsatzkräften für ihre schnelle Reaktion. Angesichts der zunehmenden Aggression Russlands gegen die Ukraine sei das von entscheidender Bedeutung.

Noch gibt es keine abschließenden Befunde zur Herkunft der Drohne. Nach ersten Erkenntnissen flog sie wahrscheinlich aus Belarus nach Litauen ein.

Wadephul: Russland versucht zu spalten

Bundesaußenminister Johann Wadephul betonte nach dem Vorfall, man werde sich konsequent gegen Verletzungen der Souveränität zur Wehr setzen. "Wir sehen erneut Feindseligkeiten von russischer Seite gegen NATO-Verbündete." Es zeige einmal mehr, dass Russland versuche, zu spalten und zu verunsichern.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betonte, die jüngsten Vorfälle in Europa, etwa auch in der Ostsee, seien nicht isoliert, sondern Teil eines "umfassenderen Musters russischer Aggression und Provokation gegen Europa".