BRICS-Treffen in Neu-Delhi China fordert mehr Einsatz für Frieden
Auf dem Treffen der Staats- und Regierungschefs der BRICS-Länder in Neu-Delhi hat Chinas Präsident Xi mehr Einsatz für Frieden im Nahen Osten gefordert. Man müsse "auf der richtigen Seite der Geschichte" stehen, sagte er.
Chinas Staatschef Xi Jinping hat beim BRICS-Gipfel die führenden Schwellenländer dazu aufgerufen, beim Krieg in Nahost eine Rolle als Friedensvermittler zu übernehmen. China sei bereit, gemeinsam mit den BRICS-Mitgliedern seinen Teil zur Herstellung von Frieden und Stabilität beizutragen, sagte er bei dem Treffen im indischen Neu-Delhi.
Defizite bei Frieden und Sicherheit
Die Lage in der Region sei komplex, und der Krieg füge den Völkern der Region schwere Verluste zu, sagte Xi. Er verwies darauf, dass die internationale Ordnung herausgefordert werde und es mehr Defizite bei Frieden und Sicherheit gebe. Der Krieg in der Golf-Region sei nicht im Interesse der internationalen Gemeinschaft. Die BRICS-Staaten müssten daher "auf der richtigen Seite der Geschichte" stehen, forderte er.
An dem zweitägigen Gipfeltreffen in Neu Delhi nehmen auch Russlands Präsident Wladimir Putin sowie der iranische Staatschef Massud Peseschkian teil. Im kommenden Jahr wird China den BRICS-Vorsitz übernehmen.
Gegründet wurde die Gruppe 2006 zunächst als BRIC von Brasilien, Russland, Indien und China. 2010 wurde durch den Beitritt Südafrikas daraus BRICS. Neben den namensgebenden Ländern gehören inzwischen auch Ägypten, Äthiopien, Indonesien, Iran, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate dazu.
Mit Blick auf den internationalen Handel forderte der chinesische Präsident die Länder auf, "alle Formen des Protektionismus abzulehnen" und "das multilaterale Handelssystem mit der Welthandelsorganisation (WTO) als Kern zu unterstützen". Xi wird in weniger als zwei Wochen in Washington erwartet.
Xis Besuch ist auch Signal an Indien
Erstmals seit 2019 reiste Xi wieder nach Indien. In Neu-Delhi traf Chinas Präsident dann auch Indiens Premier Narendra Modi zu einem bilateralen Gespräch. Die seit Langem angespannten Beziehungen der beiden bevölkerungsreichsten Länder der Welt hatten sich seit einer Übereinkunft im Jahr 2024 etwas verbesserte. Modi wiederum war 2025 ins chinesische Tianjin zum Treffen der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) gefahren.
Die Reise nach Neu-Delhi steht in einer Reihe jüngster diplomatischer Bemühungen Xis. Zuvor hatte er bereits Kirgistan und Ägypten, ein wichtiger Handelspartner in der arabischen Welt und Vermittler im Nahost-Konflikt, besucht.
Gemeinsame Erklärung schon vor Gipfel
Bereits vor dem Gipfel hatte sich die BRICS-Gruppe offenbar auf eine gemeinsame Erklärung geeinigt. Wie die Nachrichtenagentur Reuters von vier Insidern erfuhr, verurteilt der Entwurf einseitige Kriege, nennt jedoch keine konkreten Länder. Die versammelten Staats- und Regierungschefs sollen die Erklärung im Laufe des ersten Versammlungstages billigen.



