Brasiliens Präsidentschaftskandidat Bolsonaro trotz Ausreiseverbots offenbar auf dem Weg in die USA

Der unterlegene Präsidentschaftskandidat Flávio Bolsonaro hat nach Medienberichten Brasilien verlassen und ist auf dem Weg in die USA. Bolsonaro darf wegen einer Gerichtsentscheidung eigentlich nicht ausreisen.

Brasiliens Präsidentschaftskandidat Flávio Bolsonaro hat das Land offenbar in Richtung USA verlassen. Das berichten der US-Sender CNN und die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf zwei Quellen - eine aus Bolsonaros Umfeld und eine aus den USA.

Bolsonaro hatte zuvor eine gerichtlich gesetzte Frist zur Abgabe seiner Reisepässe verstreichen lassen, wie Medien unter Berufung auf die Bundespolizei berichteten.

Ermittlung wegen Verdachts der Geldwäsche

Richter Alexandre de Moraes vom Obersten Gerichtshof hatte Bolsonaro aufgefordert, seine Reisepässe binnen 24 Stunden abzugeben. Zugleich ließ er die Dokumente annullieren und untersagte ihm, das Land zu verlassen. Die Anordnung erging in einem Ermittlungsverfahren gegen Bolsonaro und den Anwalt Willer Tomaz wegen des Verdachts der Geldwäsche. Bolsonaro weist ein Fehlverhalten zurück.

Bei der Stichwahl am Sonntag hatte Bolsonaro laut Wahlgericht mit 48,2 Prozent der Stimmen gegen Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva verloren, der 51,8 Prozent erhielt. Seine rechte Partei hatte den Wahlsieg Lulas bereits anerkannt. Bolsonaro selbst räumte seine Niederlage nicht ausdrücklich ein.

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