Spanien Demonstrationen für Ceuta und gegen Sánchez
Mehr als einen Monat nach dem Ansturm auf Ceuta sind Zehntausende Menschen in ganz Spanien auf die Straße gegangen. Ihr Protest richtete sich gegen die Migrationspolitik der Zentralregierung. In einigen Städten gab es auch Gegendemos.
Angesichts der Migrationskrise in Ceuta haben Zehntausende Menschen bei Kundgebungen für die Zugehörigkeit der Nordafrika-Exklave zu Spanien und gegen die aktuelle Migrationspolitik demonstriert. Teilnehmer und Redner warfen der Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez eine Beschwichtigungspolitik gegenüber Marokko und mangelnde Hilfe für Ceuta vor.
Die Nationalpolizei trieb laut einem Bericht von "El País" extremistische Gruppierungen, die sich in der Umgebung des Abgeordnetenhauses in Madrid aufhielten, mit Tränengas und Gummigeschossen auseinander. Vier Demonstranten wurden demnach festgenommen. Nach offiziellen Angaben beteiligten sich rund 50.000 Menschen an der Kundgebung in Madrid.
In Ceuta forderten Tausende Menschen eine Rückkehr zur Normalität und den Verbleib der Exklave bei Spanien. "Ceuta verkauft sich nicht, Ceuta ergibt sich nicht", stand auf Transparenten. Zwar beansprucht Marokko Ceuta schon lange für sich, macht in dieser Frage aber derzeit keinen besonders großen Druck.
Demonstranten schwenken spanische Flaggen während der Kundgebung in Ceuta.
Rechtspopulisten bei Protesten
Aufgerufen zu den Protesten am Tag des Regionalfeiertages in Ceuta hatte der Dachverband FEMP der spanischen Kommunen, der von der konservativen oppositionellen Volkspartei PP geleitet wird. Oppositionsführer Alberto Núñez Feijóo (PP) sprach von einer "Invasion" durch Migranten, hinter der Marokko stecke. Auch die rechtspopulistische Vox beteiligte sich an den Demonstrationen.
In einigen Städten wie etwa in Barcelona oder Bilbao gab es Gegendemonstrationen. "Kein Mensch ist illegal", war dort auf Transparenten zu lesen.
Spaniens Regierung hatte erst kürzlich ein Hilfsprogramm im Umfang von 309 Millionen Euro für Ceuta beschlossen. Bei einem Massenandrang erreichten Ende Juli rund 72.000 Migranten die Exklave. Nach Regierungsangaben sind noch etwa 5.000 von ihnen in dem Gebiet. Mindestens 90 Menschen kamen damals ums Leben.


