Festnahmen in Großbritannien Männer unter Terrorverdacht sind britische Staatsbürger
Nach dem möglichen Anschlagsversuch nahe eines britischen Luftwaffenstützpunktes gibt es neue Erkenntnisse. Die Festgenommenen sind laut Polizei britische Staatsbürger. Iran wies eine Verbindung scharf zurück.
Die fünf in Großbritannien unter Terrorverdacht festgenommenen Männer haben alle die britische Staatsangehörigkeit und sind zwischen 23 und 25 Jahre alt. Nach Angaben der britischen Polizei haben sich "mehrere neue Ermittlungsansätze" ergeben. Die Männer sollen demnach weiter in Gewahrsam bleiben.
In der Nacht zum Sonntag waren sie nahe des von der US-Luftwaffe genutzten britischen Militärstützpunkts RAF Fairford festgenommen worden. Sie werden der Vorbereitung einer terroristischen Tat verdächtigt. Ermittelt wird auch wegen des Verdachts auf Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz. Zu den Hintergründen äußerten sich die Behörden weiterhin nicht. Die Polizei spricht von einer "äußert komplexen und großangelegten Operation", an der lokale und nationale Behörden und das Verteidigungsministerium sowie weitere Stellen beteiligt seien.
Iran weist Spekulationen zurück
Britische Medien hatten zuvor über eine mögliche Verbindung des Vorfalls zu Iran spekuliert. Auch russische Sabotage oder ein islamistisches Motiv scheinen derzeit nicht ausgeschlossen zu werden. Die iranische Botschaft in London wies die Spekulationen laut einer Stellungnahme entschieden zurück und verurteilt sie aufs Schärfste. Die Mutmaßungen dienten "keinem anderen Zweck, als die antiiranische Propaganda im Vereinigten Königreich weiter anzuheizen", hieß es.
Vicki Evans, Senior National Coordinator bei der britischen Anti-Terror-Polizei, sagte, sie sei sich bewusst, in welchem Ausmaß über die Motive hinter diesem Vorfall spekuliert werde und welche geopolitischen Fragen dabei aufgeworfen würden. Den Ermittlungen solle aber zum jetzigen Zeitpunkt der nötige Raum gegeben werden, damit sorgfältig und zielgerichtet gearbeitet werden könne.
USA nutzen den Stützpunkt für Iran-Angriffe
Der Luftwaffenstützpunkt Fairford gehört Großbritannien, wurde aber bei Konflikten im Nahen Osten wiederholt von US-Bombern genutzt. Auch während des Iran-Kriegs starteten von dort amerikanische Flugzeuge. Die Islamische Revolutionsgarde hatte Großbritannien im Juli davor gewarnt, US-Bombern den Abflug von Fairford zu gestatten.
US-Präsident Donald Trump sagte, die festgenommenen Männer hätten "großen Schaden" anrichten wollen. Die Festnahme sei großartig gewesen, so Trump.
Anruf einer Anwohnerin
Das Dorf Whelford in der Nähe des Stützpunkts war am Sonntag evakuiert worden. Eine Dorfbewohnerin hatte britischen Medien erzählt, sie habe den Notruf gewählt, nachdem sie drei Lieferwagen gesehen habe, die eine Straße blockierten, und eine Gruppe von Männern mit Kapuzen und Sturmhauben. In der Folge sei es zu den Festnahmen gekommen.
Mit Informationen von Franziska Hoppen, ARD-Studio London




