Manöver "Pitch Black" Sich besser kennenlernen - für einen Ernstfall?

Soldaten aus 21 Nationen beteiligen sich derzeit an der Luftwaffenübung "Pitch Black" über dem Norden Australiens, darunter auch die Luftwaffe. Die Region gehört zwar nicht zur NATO, wird aber strategisch immer wichtiger.

Ein Kampfjet fliegt bei Sonnenuntergang über den Strand von Darwin und zieht steil nach oben. Tausende Menschen verfolgen die Flugschau an der Küste Nordaustraliens und jubeln. Die Veranstaltung gilt als Dankeschön an die Einwohner der Stadt, die während des mehrwöchigen Großmanövers "Pitch Black" den Lärm der Flugzeuge ertragen müssen. Auch die deutsche Luftwaffe nimmt an der Übung in Nordaustralien teil und stellt nach den Gastgebern das zweitgrößte Kontingent.

Deutschland beteiligt sich mit sechs Eurofightern, zwei Tankflugzeugen und etwa 200 Soldatinnen und Soldaten an dem Großmanöver. Insgesamt nehmen 21 Nationen teil. Neben NATO-Staaten sind auch zahlreiche asiatische Partnerländer vertreten.

Über den Strand von Darwin rasen die Kampfjets hinweg. Etwa 200 Bundeswehrsoldaten nehmen an der internationalen Übung teil.

Erfahrung mit Flugzeugen aus aller Welt

Ein deutscher Luftbetankungs-Airbus ist täglich im Einsatz. Er versorgt Kampfjets verschiedener Nationen in der Luft mit Treibstoff. Nicht jeder Pilot schafft den Anflug auf den Tankstutzen auf Anhieb. Je nach Flugzeugtyp und Erfahrung der Piloten verläuft die Betankung unterschiedlich gut.

"Jeder Pilot ist anders", sagt Luftbetankungsfeldwebel Kai. Manche hätten viel Übungen, manche gar keine. Für ihn und die Besatzung des Tankflugzeugs ist das zugleich eine seltene Gelegenheit, neue Verfahren und Flugzeuge kennenzulernen: "Ich sehe hier Flugzeuge, die ich zu Hause nicht sehe. Das ist für mich ein Gewinn an Erfahrung."

Die deutschen Kampfpiloten trainieren bei "Pitch Black" unter anderem Eins-gegen-Eins-Situationen, die Abwehr größerer Angriffe sowie Nachtflüge über dem australischen Outback. Der fast menschenleere Übungsraum über Nordaustralien ist halb so groß wie Deutschland.

Viele Szenarien ließen sich deshalb unter realistischeren Bedingungen trainieren als in den vergleichsweise kleinen Übungsgebieten in Deutschland, wo man Taktiken für die Luftverteidigung nur anreißen könne, so der Chef des deutschen Kontingents, Jürgen Schönhöfer: "Hier können wir die riesige Fläche komplett nutzen und mit unseren Partnern teilweise Operationen mit über 50 Flugzeugen gleichzeitig durchführen."

Gemeinsam mit 20 Partnerstaaten

Die Übung dient nicht nur dem Training einzelner Fähigkeiten. Die Luftwaffen der teilnehmenden Staaten sollen auch lernen, in komplexen Einsätzen zusammenzuarbeiten. Dabei geht es um gemeinsame Verfahren, Kommunikation und das Verständnis für unterschiedliche militärische Kulturen.

Bei seinem Besuch in Australien betonte der Inspekteur der Luftwaffe, Holger Neumann, die Bedeutung dieser internationalen Zusammenarbeit. Die Übung sei nicht gegen einen bestimmten Staat gerichtet. Man fliege vielmehr füreinander mit anderen Partnern zusammen. "Wir sind zwar getrennt durch Geografie, aber wir sind sehr stark verbunden durch gemeinsame Werte und durch unseren Glauben an die freie und regelbasierte Weltordnung", so Luftwaffenchef Neumann.

Mehr als nur eine Militärübung

The Indo-Pacific is important to Germany not only from a security policy perspective. Significant trade routes run through the region. A large share of goods traffic between Europe and Asia passes through sea lanes in the Indian Ocean or through the Strait of Malacca.

The region is also considered one of the central flashpoints of global politics. China has been massively expanding its military capabilities for years and is increasingly acting aggressively in the South China Sea and around Taiwan. Tensions with neighboring states and the United States arise repeatedly.

At the same time, concern is growing in many Western countries that conflicts in the region could have direct repercussions for Europe. Many everyday products — from electronics and machine components to clothing — are transported via trade routes in the Indo-Pacific. Should a major crisis or a blockade of important sea lanes occur there, supply chains could be disrupted. The consequences would also be felt in Germany: longer delivery times, reduced availability of goods, and rising prices.

Observers see this as one reason why countries like Germany are expanding their security policy relationships in the Indo-Pacific. "The signal that exercises like 'Pitch Black' are meant to send is that the Euro-Atlantic and the Indo-Pacific are becoming ever more intertwined," says Aylin Matlé of the German Council on Foreign Relations. There are shared security challenges and, in some cases, shared responses to those challenges.

The exercise concludes in early August, and German soldiers will then return to Germany. The importance of the Indo-Pacific for Germany's security and prosperity, however, is likely to extend far beyond the maneuver in Australia.