DAX im Plus erwartet Hoffnung auf Entlastung bei Öl- und Dieselpreisen

Der DAX bewegt sich zum Wochenschluss zwischen geopolitischen Risiken einerseits und Hoffnung auf Entlastung andererseits. Die Internationale Energieagentur (IEA) will die Freigabe von Ölnotreserven beschleunigen.

Zum Wochenschluss wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge fester starten. Der Broker IG Markets taxierte den Dax vor Handelsbeginn mit einem Zuwachs von 0,69 Prozent. Am Donnerstag hatte er 0,3 Prozent höher bei 25.382 Punkten geschlossen.

Asiatische Börsen erholen sich

Positive Signale kommen von den asiatischen Aktienmärkten. Dort geht es nach der kräftigen Verkaufswelle vom Donnerstag wieder aufwärts. Besonders deutlich fällt die Erholung in Japan aus. Der Nikkei-Index, der die Entwicklung der 225 wichtigsten Unternehmen des Landes abbildet, legt um 1,8 Prozent auf 65.550 Punkte zu. Damit beendet der Nikkei zunächst seine sechstägige Verlustserie. Auch der breiter gefasste Topix gewinnt 1,8 Prozent und steigt am Morgen auf rund 4.073 Punkte.

Ein Unsicherheitsfaktor bleibt die Lage im Nahen Osten. Nach Angaben des US-Militärs haben Irans Revolutionsgarden ein Containerschiff in der Straße von Hormus mit einem Geschoss getroffen. Das für den Nahen Osten zuständige US-Regionalkommando Centcom bestätigte den Angriff auf die „GFS PRIDE“ auf der Plattform X.

Das Schiff sei am Mittwoch nicht, wie vom Iran dargestellt, auf eine Seemine gefahren. Stattdessen sei es von einem Geschoss getroffen worden. Mit der Bestätigung des Angriffs machte das US-Militär zugleich deutlich, dass die Durchfahrt durch die Meerenge für Handelsschiffe derzeit mit Risiken verbunden ist.

Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Routen für den weltweiten Öltransport. Eine länger anhaltende Störung des Schiffsverkehrs könnte das Angebot auf den internationalen Energiemärkten einschränken und die Preise weiter nach oben treiben. Entsprechend aufmerksam verfolgen Händler und Anleger die Entwicklung in der Region.

Um die angespannten Energiemärkte zu entlasten, sollen zusätzliche Reserven freigegeben werden. Konkret geht es darum, die im März als Reaktion auf den Iran-Krieg beschlossene Freigabe von Ölreserven zu beschleunigen und so bald wie möglich abzuschließen.

Die IEA hatte die Freigabe einer Rekordmenge von 400 Millionen Barrel Rohöl aus strategischen Ölreserven beschlossen. Davon seien bislang aber erst rund 330 Millionen Barrel tatsächlich geflossen, teilte die IEA mit. Dabei hätten einige Länder allerdings schon größere Mengen freigegeben, als sie ursprünglich zugesagt hatten.

Die Freigabe der noch ausstehenden, im März zugesagten Bestände werde nun rund 100 Millionen Barrel auf den Markt bringen, darunter 20 Millionen Barrel Diesel. Angesichts der angespannten Lage auf den Dieselmärkten solle der Freigabe von Diesel dabei Vorrang eingeräumt werden, teilte die IEA nach einer Verwaltungsratssitzung in Paris mit.

Vor dem Hintergrund geben die Ölpreise am Morgen etwas nach. Die Nordseesorte Brent verbilligt sich um 0,4 Prozent auf 105,45 Dollar je Barrel.

Die italienische Großbank Unicredit hat nach eigenen Angaben von der Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank grünes Licht erhalten, ihre Beteiligung an der Commerzbank weiter auszubauen. Die Genehmigung soll es ihr erlauben, die Schwelle von 30 Prozent des Kapitals zu überschreiten und ihren Anteil darüber hinaus ohne eine festgelegte Obergrenze zu erhöhen.

Unicredit bezeichnete die Entscheidung als wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu einer möglichen Übernahme. Die Genehmigung unterstreiche zudem die positive Bewertung der Transaktion durch die EZB und das Vertrauen in die wirtschaftliche Stärke der italienischen Bank.