WHO zu Fruchtbarkeit Rauchen senkt Chance auf Schwangerschaft deutlich

Wer raucht, hat schlechtere Aussichten, Vater oder Mutter zu werden. Bei Männern kann die Spermienqualität sinken, bei Frauen steigt das Risiko von Unfruchtbarkeit. Die WHO warnt auch vor den Folgen des Passivrauchens.

Rauchen kann nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Chancen auf eine Schwangerschaft verringern. Das geht aus einer Auswertung zahlreicher wissenschaftlicher Studien aus den Jahren 2000 bis 2026 hervor. Demnach steht Tabakkonsum sowohl bei Frauen als auch bei Männern mit Fruchtbarkeitsproblemen in Verbindung.

Bei Raucherinnen sei das Risiko für Unfruchtbarkeit um 40 Prozent höher als bei Nichtraucherinnen, so die WHO. Ein Rauchstopp könne dieses Risiko um 25 Prozent senken. Auch die Erfolgsaussichten bei einigen Kinderwunschbehandlungen können demnach durch Tabakkonsum eingeschränkt sein.

Bei E-Zigaretten ist die Datenlage zu gering

Bei Männern kann Rauchen laut WHO unter anderem die Qualität der Spermien beeinträchtigen. Eine Auswertung von 44 Studien mit mehr als 60.000 Männern habe einen Zusammenhang zwischen Rauchen und Fortpflanzungsstörungen ergeben. Raucher hätten häufiger Erektions- und Ejakulationsprobleme. Zudem könnten Spermien weniger beweglich oder abnormal geformt sein.

Die meisten untersuchten Studien beziehen sich auf Zigaretten. Auch das Rauchen von Wasserpfeifen könne die Zeugungsfähigkeit beeinträchtigen. Zu neueren Produkten wie E-Zigaretten gebe es dagegen bislang weniger Erkenntnisse.

Auch Passivrauchen kann Fruchtbarkeit beeinträchtigen

Nach Angaben der WHO kann auch Passivrauchen die Fruchtbarkeit negativ beeinflussen. Wie groß die gesundheitliche Belastung durch Passivrauch insgesamt ist, zeigt eine im Fachmagazin The Lancet veröffentlichte Studie: Demnach waren 2023 weltweit mehr als 2,7 Milliarden Menschen Passivrauch ausgesetzt, darunter 767 Millionen Kinder. Die Belastung trug der Studie zufolge zu rund 1,66 Millionen vorzeitigen Todesfällen bei.

Nach WHO-Angaben ist weltweit etwa jeder sechste Mensch im fortpflanzungsfähigen Alter im Laufe seines Lebens von Unfruchtbarkeit betroffen. Als unfruchtbar gilt, wer trotz regelmäßigem, ungeschütztem Geschlechtsverkehr über mindestens zwölf Monate nicht schwanger wird.