Krieg gegen die Ukraine Merz besucht Kiew - Russland greift Brücke an

Während Kanzler Merz Kiew besucht, hat ein russischer Angriff auf eine Brücke dort Drohnenalarm ausgelöst. Merz sagte dem angegriffenen Land weitere Unterstützung zu und trifft sich mit Präsident Selenskyj.

Während des Besuchs von Bundeskanzler Friedrich Merz in Kiew ist den Behörden zufolge eine Brücke von mindestens einer russischen Drohne angegriffen worden. Der Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt, Vitali Klitschko, teilte auf Telegram mit, "die Straße der Nordbrücke" sei getroffen worden, Rettungsdienste seien auf dem Weg. Trümmer eines abgeschossenen Flugobjekts seien auf das Dach eines Wohnhauses gefallen.

Klitschko hatte bereits am frühen Morgen von einem Drohnenalarm berichtet. Auch andere Teile der Ukraine lösten Luftalarm wegen russischer Angriffe aus. In der Region Sumy im Nordosten der Ukraine meldeten die Behörden fünf Verletzte nach einer Attacke mit einer russischen Gleitbombe. Sie sei in ein Wohnhaus eingeschlagen.

Solidaritätsbesuch in Kiew

Merz war am Morgen mit dem Zug in Kiew eingetroffen. Der CDU-Politiker will bei dem Solidaritätsbesuch dem von Russland angegriffenen Land Deutschlands weitere Unterstützung zusichern - unter anderem mit Drohnen zur Abwehr der immer schnelleren russischen Flugobjekte. Deutschland ist größter Unterstützer der Ukraine in ihrem seit mehr als viereinhalb Jahren dauernden Abwehrkampf gegen den russischen Angriffskrieg.

Merz hatte bei seiner Ankunft auf die derzeitigen heftigen russischen Angriffe auf die Ukraine verwiesen. Kurz vor dem fünften Kriegswinter bombardiere Russland Städte, Wohnhäuser und Heizkraftwerke - dies sei "Terror". Er werde dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sagen: "Auf unsere Hilfe könnt ihr weiter zählen", betonte Merz. Er fügte hinzu: "Wenn Russland nicht gestoppt wird, richtet sich seine Kriegsmaschinerie früher oder später gegen uns."

Am Vormittag wurde Merz von Selenskyj empfangen.

Moskauer Warnung vor Angriffen

Das russische Außenministerium hatte Ausländer und Diplomaten am Samstag vor Besuchen in Kiew gewarnt und zum Verlassen der Stadt aufgerufen. Jeder, der die Warnung missachte, setze sich einer "tödlichen Gefahr" durch "massive" russische Luftangriffe aus. Moskau versucht seit einiger Zeit, die Bevölkerung in der Ukraine zu zermürben und die Partner Kiews unter Druck zu setzen.

Am Freitag hatte Klitschko die Situation in der Stadt "extrem dramatisch" genannt und davor gewarnt, dass Kiew "in Stücke gerissen" werde. Russland hatte in den vergangenen Tagen mehrere Brücken über den Dnipro sowie Energieinfrastruktur angegriffen. Auch Einkaufszentren, Wohnhäuser und Züge wurden in den vergangenen Wochen in der Ukraine weit weg von der Front angegriffen.