Nach Anschlag auf Soldaten Israel startet Operation im Westjordanland
Nach den tödlichen Schüssen auf zwei Soldaten hat Israels Armee einen "Anti-Terror-Einsatz" im Westjordanland begonnen. Man suche dort nach Waffen und Terrorinfrastruktur. Israels Premier drohte zudem mit einem großagelegten Militäreinsatz.
Als Reaktion auf einen Angriff im Westjordanland mit zwei getöteten Soldaten hat Israel eigenen Angaben zufolge eine Anti-Terror-Operation im Raum Hebron gestartet.
"Die Kräfte haben begonnen, das Gebiet gezielt, präzise und umfassend zu durchsuchen, um Terrorinfrastruktur und Waffen ausfindig zu machen und zu beseitigen", hieß es am späten Abend in einer gemeinsamen auf der Plattform Telegram veröffentlichten Erklärung der israelischen Armee und des Inlandgeheimdiensts Schin Bet.
Die Operation von Armee, Geheimdienst, Grenzpolizei und Zivilverwaltung sei auf das Gebiet beschränkt, aus dem die Terroristen operierten, und werde voraussichtlich mehrere Tage dauern. Bewohnerinnen und Bewohner des betroffenen Gebiets könnten über drei ausgewiesene Ausgänge nach Befragung das Gebiet verlassen, hieß es weiter.
Tote und Verletzte bei Anschlag
Zwei Angreifer hatten am Freitagmorgen an einem Kontrollpunkt nahe Hebron mit einer Pistole und einem automatischen Gewehr das Feuer auf israelische Soldaten eröffnet. Sie töteten nach Armeeangaben zwei 20 und 23 Jahre alte Soldaten und verletzten drei weitere, bevor sie erschossen wurden.
Nach Darstellung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu planten die Angreifer einen größeren Anschlag auf Zivilisten. Am Tatort seien zahlreiche Waffen und Munition gefunden worden. Er machte zudem die Terrororganisation Hamas für den Angriff verantwortlich. In einem schriftlichen Statement lobte die Hamas den Angriff, übernahm aber keine direkte Verantwortung.
Netanjahu droht mit Militäreinsatz
Nach dem Angriff wurden die Zufahrten nach Hebron gesperrt. Netanjahu ordnete an, die Stadt abzuriegeln. Die Armee soll sich zudem auf eine vollständige Abriegelung des Westjordanlands vorbereiten.
Er kündigte erneut einen großangelegten Militäreinsatz im Westjordanland an. "Der Verteidigungsminister und ich erwägen eine sehr weitreichende Militäroperation in Judäa und Samaria, wie es sie seit dem Sechstagekrieg nicht mehr gegeben hat", erklärte Netanjahu und verwendete dabei die biblischen Namen für das Westjordanland. "Die Armee ist bereit, sie auszuführen, und wir werden den Zeitpunkt festlegen. Aber sie wird kommen."
Israel hat im Sechstagekrieg 1967 unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert und hält dieses Gebiet seither besetzt.
Parlamentswahl am Dienstag
Am Dienstag findet in Israel die Parlamentswahl statt. Der Konflikt mit den Palästinensern ist ein wichtiges Wahlkampfthema. Rechte Politiker versuchen bei ihrer Wählerschaft zu punkten, indem sie ein hartes Vorgehen gegen palästinensische Gewalt versprechen. Die zunehmenden Angriffe radikaler israelischer Siedler auf Palästinenser im Westjordanland thematisieren sie dagegen kaum.





