Verkehrsminister erhöht Druck Bilger erwartet von der Bahn "spürbare Verbesserung"
In drei Jahren sollen Bahnkunden aufatmen können. Bis dahin erwarte er eine "spürbare Verbesserung", so Verkehrsminister Bilger im ARD-Interview. Eine "Leistungsvereinbarung" soll den Druck auf die Bahn erhöhen.
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger erhöht den Druck auf die Deutsche Bahn. Die Bundesregierung sei mit dem Versprechen angetreten, die Infrastruktur wieder auf Vordermann zu bringen, sagte der CDU-Politiker im Interview der Woche der ARD. Deswegen könne man auch erwarten, dass es bis 2029 zumindest eine "spürbare Verbesserung" gebe.
Dazu gehöre auch das Pünktlichkeitsziel im Fernverkehr, so Bilger. Das soll bis dahin bei 70 Prozent liegen. "Wenn man sieht, dass wir die letzten Monate bei etwas mehr als 50 Prozent Pünktlichkeit im Fernverkehr waren, dann sieht man, dass dieses Ziel durchaus ambitioniert ist."
Aber darauf dürfe man sich nicht ausruhen, betonte der Minister. Zu einem positiven Bahnerlebnis trage neben der Pünktlichkeit auch die Sicherheit, Sauberkeit und eine bessere Kundenkommunikation bei. Für entsprechende Sofortprogramme hatten Bilgers Vorgänger Patrick Schnieder (CDU) und Bahnchefin Evelyn Palla in den vergangenen Monaten den Startschuss gegeben.
Verkehrsminister will bald neues Baustellenkonzept vorstellen
Bilger kündigte ein neues Baustellenkonzept bei der Bahn an. Mit dem Ablauf der Korridorsanierungen - der Totalsperrung wichtiger sanierungsbedürftiger Strecken - sei er nicht zufrieden. Nach den Bauarbeiten sollen die entsprechenden Abschnitte störungsfrei gefahren werden können. Dieses Versprechen sei zu oft nicht eingehalten worden, so Bilger.
Auf der kürzlich sanierten Strecke zwischen Hamburg und Berlin habe es nach der Sanierung eine Pünktlichkeit von 25 Prozent gegeben - obwohl die Strecke mehr als zehn Monate für umfangreiche Bauarbeiten bis zum Sommer gesperrt war. Bis heute läuft die Strecke Experten zufolge nicht störungsfrei.
Da muss man erkennen, dass das Konzept so nicht funktioniert hat.
Bilger will mit "Leistungsvereinbarung" Druck erhöhen
Am Freitag begann die Korridorsanierung zwischen Hannover und Berlin. Die Bauarbeiten sind bis Dezember 2027 geplant. Laut Deutscher Bahn sollen in den kommenden Jahren mehr als 40 Streckenabschnitte mit einer Gesamtlänge von mehr als 4.000 Kilometern eine solche Korridorsanierung durchlaufen. Laut Bilger laufen dazu intensive Gespräche mit der Bahn. Bund und Bahnkonzern arbeiteten gemeinsam an einem neuen Konzept, so der Minister. Er will bald einen Vorschlag machen.
Korridorsanierungen soll es weiterhin geben. Aber man müsse sicherstellen, dass es danach auch funktioniere, so Bilger. Man verhandele derzeit mit der Bahn auch über eine "Leistungsvereinbarung". Darin gehe es darum, wie viele Mittel das Ministerium in den kommenden fünf Jahren zur Verfügung stelle - und wofür.
"Es geht um einen hohen Milliardenbetrag, mehr als 80 Milliarden Euro." Das sei doppelt so viel wie in den vergangenen fünf Jahren. "Damit verbinden wir die Erwartung, dass es spürbar besser wird in unserer Infrastruktur", betonte Bilger. Das Geld müsse effizient eingesetzt werden.




