Tödlicher Angriff am Flughafen Riad Alptraum am Abflug-Gate
Ein Einschlag mitten im Terminal: Der jüngste Raketenangriff am Flughafen Riad ist der schwerste auf Saudi-Arabien seit Beginn des Iran-Kriegs. Augenzeugen berichten von Panik und vielen Opfern. Greifen jetzt die USA ein?
Handybilder in Sozialen Netzwerken zeigen den Alptraum, den Reisende am Flughafen der saudischen Hauptstadt Riad offenbar erleben mussten: Menschen eilen durch eine zerstörte Abflughalle, Staub liegt wie dichter Nebel in der Luft, Blutflecken auf dem Boden.
Viel ist es nicht, was nach außen dringt. Saudi-Arabien versucht anscheinend, den Vorfall medial klein zu halten. In den saudisch-geführten Nachrichtensendern kaum ein Wort. Dabei ist der jüngste Raketenangriff der bislang schwerste auf das Königreich seit Beginn des US-Iran-Kriegs - viele Tote, mehr als 300 Verletzte, immer noch schweben Zivilisten in Lebensgefahr.
Einschlag mitten im Terminal
Die Rakete schlug unmittelbar in einen Passagierterminal des King-Khaled-Flughafens in Riad ein und traf die Reisenden an einem Abflug-Gate. Augenzeugen berichten von Panik am Flughafen und vielen Opfern. Dutzende Krankenwagen eilten zum Flughafen, der Flugbetrieb wurde eingestellt. Flieger mit Ziel Riad wurden nach Dschidda umgeleitet. Die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa hatte bereits erklärt, aufgrund der aktuellen Situation vorerst keine Flieger mehr nach Riad zu schicken.
Das von Saudi-Arabien angeführte Militärbündnis macht die Huthi-Miliz aus dem Jemen für die jüngste Attacke auf den Flughafen verantwortlich. Es handele sich um ein Kriegsverbrechen, hieß es.
Versagen der Raketenabwehr?
Die Huthi erklärten, man rufe alle Reisenden auf, saudische Flughäfen zu meiden und die Warnungen ernst zu nehmen. Schon vor einigen Tagen hatte der Anführer der Huthi-Miliz Abdel Malak al Huthi erklärt: "Die Angriffe, und die Brände, die in den Ölanlagen lodern, hören nicht auf. Saudi-Arabien kommt weder bei Tag noch bei Nacht zur Ruhe; in vielen Gebieten Saudi-Arabiens heulen die Alarmsirenen."
Außerdem hieß es, Saudi-Arabien trage die Verantwortung, wenn Raketen nicht abgefangen würden.
Genau diese Frage kommt auf: Hat die saudische Raketenabwehr massiv versagt? Seit Tagen befinden sich vor allem die Flughäfen Saudi-Arabiens immer wieder unter Huthi-Beschuss. Erst gestern schlug ein weiteres Geschoss in der Nähe von Damman ein. Im Laufe der Woche waren bereits mehrere Menschen bei Attacken auf den Flughafen getötet worden.
Trump kündigt Gespräche an
US-Präsident Trump reagierte entsetzt: Der Angriff sei furchtbar und inakzeptabel, erklärte er. Er werde mit dem saudischen Kronprinzen sprechen. Eine mögliche Beteiligung der USA im Kampf gegen die Huthi schloss Trump nicht aus. Bei dem Angriff starb auch mindestens ein US-Bürger. Bislang hatte Trump sehr zurückhaltend reagiert, wenn Saudi-Arabien bei den USA um Unterstützung im Kampf gegen die Huthi gebeten hatte.
Und der politische Analyst Majoub al-Zuweiri glaubt auch weiter nicht an eine Intervention. "Ich glaube, dass Präsident Trump weiter extrem zögert, sich in einen militärischen Konflikt einzumischen, der geografisch weit von der Straße von Hormus entfernt ist", erklärte er bei al Jazeera. "Der Hauptgrund könnte sein, dass er keine Truppen und keine Ausrüstung verlieren möchte. Der amerikanische Präsident ist strategisch und politisch - bisher in hohem Maße zögerlich."
Huthi erzielten zuletzt große Erfolge
Saudi-Arabien unterstützt die international anerkannte Regierung im Jemen, die gegen die mit Iran verbündete Huthi-Miliz kämpft. Sie versuchen, Gebiete zurückzuerobern, die von den Huthi kontrolliert werden.
Die Huthi hatten in den vergangenen Wochen große Gebiete im Jemen erobern können, unter anderem die strategisch wichtige Meerenge Bab al Mandab.


