Schwache Ernte Weniger Kartoffeln, höhere Preise
Der extrem heiße Sommer und verringerte Anbauflächen haben Folgen für die Kartoffelernte in Deutschland. Diese dürfte 2026 so gering ausfallen wie seit Jahren nicht mehr. Das lässt die Preise steigen.
Die schlechte Kartoffelernte lässt in Deutschland die Preise steigen. Im September mussten die Verbraucher bereits 11,3 Prozent mehr bezahlen als im Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Die Steigerung lag damit deutlich über der allgemeinen Inflation von 3,3 Prozent.
2025 hatte es mit 13,9 Millionen Tonnen noch eine herausragend gute Ernte gegeben. Im laufenden Jahr werden nach vorläufigen Ergebnissen nur 10,4 Millionen Tonnen Kartoffeln eingebracht, was einen Rückgang um rund ein Viertel bedeutet. Weniger Kartoffeln wurden zuletzt 2018 geerntet (8,9 Millionen Tonnen).
Wegen des knappen Angebots sind die Erzeugerpreise bereits deutlich gestiegen: Die Landwirte erhielten im August um 61,5 Prozent mehr Geld für ihr Produkt. So stark ist der Kartoffelpreis auf der Erzeugerebene seit drei Jahren nicht mehr gestiegen. Für sämtliche pflanzliche Produkte haben die Erzeugerpreise um 12,3 Prozent zugelegt.
Verringerte Anbaufläche und Dürre
Die Gründe für die geringe Ernte sind eine um 11,1 Prozent verringerte Anbaufläche und die Dürre, in deren Folge die Kartoffeln kleiner ausfielen. Statt 46 Tonnen pro Hektar wie im Vorjahr konnten die Landwirte im Schnitt aktuell nur 38,9 Tonnen ernten.
Dennoch werden in Deutschland deutlich mehr Kartoffeln erzeugt, als für den Bedarf im Land benötigt werden: Der Selbstversorgungsgrad lag nach vorläufigen Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) im Wirtschaftsjahr 2024/25 bei 145 Prozent. "Ein großer Teil der Kartoffeln und Kartoffelprodukte wird also nicht für den heimischen Markt erzeugt, sondern exportiert", teilte das Statistische Bundesamt mit.
Bei den verarbeiteten Kartoffelprodukten für die Tiefkühltruhe wie Pommes oder Kroketten ist der Preissprung noch nicht angekommen. Hier lagen die Preise zuletzt um 4,7 Prozent unter dem Vorjahresmonat.

