DAX kaum bewegt Schwache Wall Street drückt auf die Stimmung

Die Aktienmärkte hängen weiter am Ölpreis und damit an der Lage im Nahen Osten. Im Augenblick agieren die Anleger verunsichert, die Vorgaben aus den USA fallen schwach aus.

Der DAX dürfte heute kaum bewegt in den Handel starten. Am Terminmarkt liegt der deutsche Leitindex derzeit leicht im Minus. Zu Wochenbeginn war der DAX leicht schwächer bei 25.374 Punkten aus dem Handel gegangen.

"Der Iran-Konflikt wird zunehmend zu einem geldpolitischen Problem für den Euroraum und damit auch für Deutschland", konstatierte Maximilian Wienke, Marktanalyst bei der Handelsplattform etoro. "Weil Fortschritte zwischen den USA und Iran ausbleiben, schwinden die Hoffnungen auf eine Wiederöffnung der Straße von Hormus."

US-Präsident Donald Trump hatte einen iranischen Vorschlag zur Öffnung der Straße von Hormus abgelehnt. "Solange der Seeweg nur eingeschränkt nutzbar ist, dürfte der Ölpreis empfindlich auf Nachrichten aus der Region reagieren. Eine Einigung könnte ihn hingegen rasch und deutlich sinken lassen", kommentierte Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank.

Der Aktienmarkt hängt also weiterhin am Ölpreis. Die Bewegungen des Ölpreises erklären häufig die Bewegungen an den Aktienbörsen. Am Rohstoffmarkt verteuerte sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 1,4 Prozent auf 106,80 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notierte 1,4 Prozent fester bei 93,88 Dollar.

Mit den Ölpreisen steigen immer wieder die Sorgen vor einer anhaltenden Inflation und vor weiteren Zinserhöhungen der Notenbanken. Marktbeobachter sehen die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) im Oktober deshalb inzwischen bei rund 70 Prozent.

Die Fed hatte die Zinsen bereits Anfang des Monats um einen Viertelprozentpunkt angehoben und weitere Schritte signalisiert. Zudem hatte sich die Chefin des Fed-Ablegers von Cleveland, Beth Hammack, am Freitag besorgt über die hartnäckig hohe Inflation geäußert.

In einem solchen Umfeld sind Aktien nicht sehr gefragt, da hohe Zinsen die Konjunktur dämpfen und Anleihen attraktiver machen: Der Dow Jones verlor 0,7 Prozent auf 51.481 Punkte und der breiter gefasste S&P 500 gab 0,8 Prozent auf 7.683 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq rutschte knapp ein Prozent auf 26.820 Punkte ab.

Technologietitel leiden unter hohen Zinsen besonders. Sie sind oft von Krediten abhängig, um ihr Wachstum zu finanzieren. Hohe Kreditkosten schmälern die zukünftigen Gewinne. Und die Gewinne der Unternehmen bleiben ein wesentlicher Faktor für den Aktienkurs.

Der südkoreanische Technologiekonzern Samsung investiert eine Milliarde Dollar in das US-Unternehmen Helix Digital, um dessen weltweiten Ausbau von Infrastruktur für Künstliche Intelligenz (KI) zu unterstützen. Die Hälfte der Summe komme von Samsung Electronics, der Rest von weiteren Konzerntöchtern, teilte die vom Finanzinvestor KKR gestützte Firma mit.

Helix Digital investiert in KI-Infrastruktur und betreibt sie. Dazu gehören große Rechenzentren, die Stromerzeugung und -übertragung sowie Glasfasernetze. Zu den weiteren Investoren von Helix gehören neben KKR auch der Staatsfonds von Kuwait und der Chiphersteller Nvidia.