"Invest-in-Germany"-Gipfel Bund vereinbart KI-Kooperation mit Nvidia

Deutschland und der US-Chip-Gigant Nvidia haben eine Zusammenarbeit bei der Entwicklung Künstlicher Intelligenz beschlossen. Die Vereinbarung wurde beim ersten "Invest-in-Germany"-Gipfel verkündet - und soll die deutsche Wettbewerbsfähigkeit stärken.

Die Bundesregierung und der Technologiekonzern Nvidia haben eine engere Zusammenarbeit vereinbart, um die industrielle Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) in Deutschland voranzutreiben. Vereinbart werde, "eine Initiative zur Entwicklung modernster KI-Modelle für Physical AI voranzutreiben" - also KI, die in physischen Systemen wie etwa Robotern integriert wird.

Das Wirtschafts- und das Forschungsministerium hätten eine entsprechende Absichtserklärung mit dem US-Chipkonzern unterzeichnet, teilte der Bund anlässlich des ersten "Invest in Germany"-Gipfels in Berlin mit. "Ziel ist es, industrielle KI systematisch in die breite Anwendung zu bringen und ein hochmodernes KI-Ökosystem in Europa zu etablieren."

Hierfür werde Nvidia seine Zusammenarbeit mit deutschen Partnern ausbauen, hieß es weiter. Der Konzern mache seine KI-Modelle künftig neben der Großindustrie auch kleineren und mittleren Unternehmen sowie Forschungseinrichtungen zugänglich.

Zusammenarbeit soll Wettbewerbsfähigkeit stärken

Wie Bundeskanzler Friedrich Merz und Nvidia-Chef Jensen Huang am Rande der Veranstaltung bekräftigten, soll die Kombination von klassischem Ingenieurswissen mit moderner Technologie die Wettbewerbsfähigkeit und technologische Souveränität Deutschlands sichern. Merz betonte, dass Deutschland trotz der aktuellen geopolitischen und wirtschaftlichen Herausforderungen aus einer Position der Stärke agiere.

Der Kanzler unterstrich dabei die strategische Bedeutung des Erhalts der industriellen Basis, die er als entscheidenden Vorteil gegenüber anderen Volkswirtschaften sieht. Er rief die Unternehmen dazu auf, ihre wertvollen Industriedaten für KI-Anwendungen zu öffnen, um so die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Fertigung, des Maschinenbaus und der Automobilindustrie zu erhalten.

Zu möglichen Investitionen im Rahmen der Kooperation machte der Bund zunächst keine Angaben. Einem Medienbericht zufolge will er das Projekt mit einem dreistelligen Millionenbetrag unterstützen. Das Geld solle unter anderem dazu dienen, Rechenkapazitäten in der KI-Cloud der Deutschen Telekom anzumieten.

Huang: Daten als nationale Ressource begreifen

Huang, der Nvidia seit 1993 leitet, unterstrich das Vertrauen seines Unternehmens in den Standort Deutschland. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen im vergangenen Jahr fast eine Milliarde Dollar in Deutschland investiert und ist an zahlreichen deutschen Unternehmen beteiligt.

Der CEO plädierte dafür, Daten als nationale Ressource zu begreifen, die nicht exportiert, sondern im Inland zur Entwicklung eigener "nationaler Intelligenz" genutzt werden sollte. Huang warnte die Menschen und Betriebe in Deutschland davor, ihr Wissen und ihre kulturellen Werte abzugeben, um sie später als importierte Intelligenz zurückzukaufen. Stattdessen solle die KI dazu dienen, das vorhandene Fachwissen der deutschen Ingenieure zu ergänzen und zu skalieren, anstatt es zu ersetzen.

Ziel, mehr private Investoren anzuziehen

Merz hatte zuvor den zweitägigen internationalen Investitionsgipfel in Berlin eröffnet. Ziel der Bundesregierung ist es, mehr private Investoren nach Deutschland zu locken. Bei dem Gipfel wurden etwa 200 Unternehmenschefs aus dem In- und Ausland erwartet, darunter auch Huang, der am Abend auf der Bühne mit Merz sprach. "Wir stecken mitten in einem grundlegenden wirtschaftlichen und technologischen Wandel", sagte Merz. Dieser werde durch KI vorangetrieben.

Merz bekräftigte den Reformkurs der Bundesregierung. Er nannte den Abbau bürokratischer Hürden, die Digitalisierung der Verwaltung sowie Reformen der Sozialsysteme. Mit Blick auf das Milliarden-Sondervermögen des Staates zur Modernisierung der Infrastruktur und für Klimaschutz sagte Merz, Deutschland unternehme die größte Modernisierungsoffensive seiner jüngeren Geschichte. Außerdem betonte er massiv gestiegene Verteidigungsausgaben. Auf EU-Ebene werde der Ausbau des Binnenmarkts vorangetrieben.

Der Investitionsgipfel sei eine Einladung an Investoren, sich an der Modernisierungsoffensive zu beteiligen. Am Dienstag wird der Investitionsgipfel an einer privaten Wirtschaftshochschule fortgesetzt.