Parteitag der US-Republikaner Mit scharfer Rhetorik gegen die Demokraten
Zwei Monate vor den US-Zwischenwahlen hat Vizepräsident Vance auf dem Parteitag der Republikaner die Demokraten scharf attackiert. Er bezeichnete sie als "Partei des Hasses". Eine Präsidentschaftskandidatur ließ er offen.
US-Vizepräsident JD Vance hat beim Parteitag der US-Republikaner in Dallas die Demokraten scharf angegriffen und als "Partei des Hasses" bezeichnet. Die Demokraten hätten sich zu einer politischen Kraft entwickelt, die gegen Amerika stehe und die Menschen verachte, die das Land aufgebaut hätten, sagte Vance. Das Land solle aber "denen gehören, die es lieben, nicht denen, die es hassen".
Am Vortag des 25. Jahrestags der islamistischen Anschläge auf die USA vom 11. September 2001 warf Vance den Demokraten zudem vor, es gebe in ihren Reihen "Mitgefühl für die Terroristen, die 9/11 begangen haben".
Vance lässt Präsidentschaftskandidatur offen
Mit Blick auf die Zwischenwahlen im November rief Vance unentschlossene Wähler dazu auf, den Republikanern die Kontrolle über den Kongress zu lassen. Sie sollten das Land nicht "einer Gruppe verrückter Leute" überlassen, nur weil sie bei einzelnen politischen Fragen anderer Meinung seien. Zudem verteidigte er die Bemühungen der Regierung, die Einwanderung in die USA zu begrenzen. "Wir hatten es satt, als Rassisten bezeichnet zu werden, nur weil wir feststellten, dass unser Land schmutziger, ärmer, unsicherer und weniger wohlhabend wurde", sagte Vance.
Aus dem Publikum wurden "JD 48"-Rufe laut - eine Anspielung darauf, dass Vance der 48. Präsident der USA werden könnte. Er selbst ließ seine Pläne offen. "Wir müssen uns im November um die anstehenden Aufgaben kümmern. Danach kümmern wir uns darum, was als Nächstes kommt", sagte er.
Trump: "Ihr müsst so tun, als sei ich auf dem Wahlzettel"
Das Finale des Parteitags überließ Vance Präsident Donald Trump. "Ihr müsst so tun, als sei ich auf dem Wahlzettel. Ich bin auf dem Zettel. Ich bin auf dem Zettel", beschwor Trump seine Anhänger und rief immer wieder "geht wählen". Er wiederholte sein Versprechen vom Vorabend: 5.000 US-Dollar für jeden erwachsenen Bürger im Land, wenn die Republikaner Anfang November erneut das Repräsentantenhaus und den Senat gewinnen.
Diese Ankündigung wurde zum Hauptthema des Parteitags. Rick Hazen, Wahlrechtsexperte an der Universität von Kalifornien in Los Angeles, sagt. "Es steht gar nicht in Trumps Macht, das alleine zu tun. Er braucht dazu den Kongress. Politiker machen diese Art von Versprechen ständig. Es ist Teil der Wahlkampfrhetorik", sagte der Juraprofessor im Fernsehsender PBS.
Umfragen sehen weiter Demokraten vorn
Bisher sprechen die Umfragewerte gegen einen Sieg der Republikaner bei den Zwischenwahlen. Ein Machtwechsel zurück zu den Demokraten, zumindest im Repräsentantenhaus, scheint wahrscheinlich. Meinungsforscher Frank Luntz sagte im Radiosender NPR. "Die Leute schauen auf die Lebensmittelpreise und fragen sich, warum sie gestiegen sind. Sie schauen auf die Benzinpreise und fragen sich, ob sie ihren Tank vollmachen können."
Mit Informationen von Ralf Borchert, ARD Washington.





