Gute Vorgaben aus USA und Asien DAX mit leichten Gewinnen erwartet

Hoffnungen auf eine Annäherung im Nahost-Konflikt dürften auch heute dafür sorgen, dass der DAX leicht im Plus startet. Dazu kommen starke Unternehmensbilanzen - etwa von SpaceX und Adidas.

Der DAX dürfte heute mit leichten Gewinnen in den Handel starten. Der Broker IG erwartet den deutschen Leitindex 0,4 Prozent höher bei 25.409 Punkten. Am Dienstag hatte er angesichts vager Hoffnungen auf eine Lösung im festgefahrenen Nahost-Konflikt seine Tagesverluste fast vollständig abgeschüttelt.

So kursierten Gerüchte über einen möglichen Kompromissvorschlag von Vermittlern aus Katar und Pakistan, der den Forderungen beider Seiten gerecht werden soll. Daraufhin sanken die Öl- und Gaspreise, die sich heute Morgen aber wieder erholen. Der deutsche Leitindex beendete den Handel mit einem Minus von knapp 0,1 Prozent, nachdem er zeitweise bis an die 25.000-Zähler-Marke abgesackt war.

Zudem stützte die positive Börsenstimmung in den USA. Zwar legten Technologieaktien nach ihrer jüngsten Erholung eine Verschnaufpause ein. Der Tech-Auswahlindex Nasdaq 100 schloss beim Stand von 29.490 Punkten mit einem Minus von 0,1 Prozent. Besser sah es aber für den Leitindex Dow Jones aus, der rund ein Prozent auf 52.496 Zähler gewann. Der marktbreite S&P 500 legte um 0,3 Prozent zu.

Anlegerinnen und Anleger zeigten sich weiterhin skeptisch hinsichtlich der Fähigkeit einiger Technologieunternehmen, ihre massiven Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) profitabel zu nutzen, sagte Jim Baird, Chefanlagestratege bei Plante Moran Financial Advisors. "Daher ist eine gewisse Umschichtung in andere Marktbereiche zu beobachten."

Investoren suchten nach Gelegenheiten abseits des Technologiesektors, wovon unter anderem die Gesundheitsbranche profitiere, so Baird. Der Gesundheitssektor im S&P 500 erreichte ein Rekordhoch. Angetrieben wurde er unter anderem von Eli Lilly sowie den Dow-Werten UnitedHealth, Merck & Co, Johnson & Johnson und Amgen. Die Aktien des Impfstoffherstellers Moderna kletterten auf den höchsten Stand seit 2022.

Die positive Stimmung an der Wall Street hat auch die Börsen in Asien angetrieben. Die ersten guten Ergebnisse aus der US-Bilanzsaison schürten die Hoffnung auf eine robuste globale Konjunktur und stärkten das Vertrauen der Anlegerinnen und Anleger. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index legte in Tokio zeitweise um 1,2 Prozent auf 64.824 Punkte zu. Die Börse in Schanghai gab hingegen um 0,3 Prozent nach.

Netflix hat das vergangene Quartal mit dem schwächsten Wachstum seit Jahren abgeschlossen. Der Streaming-Marktführer will nun unter anderem dafür sorgen, dass Nutzer mehr Zeit mit seinen Filmen und Serien verbringen. "Wir wollen der Unterhaltungs-Dienst sein, den man haben muss", sagte Co-Chef Ted Sarandos in einer Videokonferenz mit Analysten.

Der Umsatz legte im Jahresvergleich um zwölf Prozent auf 12,9 Milliarden Dollar zu. Das war der niedrigste Zuwachs seit drei Jahren - der Wert entsprach allerdings den Erwartungen der Analysten. Unter dem Strich wuchs der Gewinn um 44 Prozent auf 3,66 Milliarden Dollar.

Elon Musks Weltraumfirma SpaceX hat im vergangenen Quartal nach einer langen Durststrecke einen Milliardengewinn erwirtschaftet. Auslöser waren vor allem kräftige Zuwächse im Geschäft mit Internet aus dem All sowie mit KI-Rechenzentren. Unter dem Strich verbuchte SpaceX schwarze Zahlen von 4,4 Milliarden Dollar, wie das Unternehmen nach US-Börsenschluss mitteilte. Der Umsatz sprang von rund 5,58 Milliarden Dollar vor einem Jahr auf 14,58 Milliarden Dollar hoch.

Die von Tech-Milliardär Elon Musk geführten Unternehmen Tesla und SpaceX prüfen einen rekordträchtigen Zusammenschluss. Der Autobauer und die Weltraumfirma hätten dafür auf Wunsch von Aktionären spezielle Ausschüsse gebildet, sagte Musk in einer Videokonferenz zu den Quartalszahlen von SpaceX. Er sei wegen möglicher Interessenkonflikte nicht Teil davon. Über eine Fusion von Tesla und SpaceX wird schon lange spekuliert, Musk äußerte sich dazu bisher ausweichend.

Jetzt sagte er, er persönlich finde, ein solches Zusammengehen sei eine gute Idee. Es wäre aber "übertrieben" zu sagen, dass es "mit Sicherheit" dazu kommen werde, schränkte er ein. Musk verwies unter anderem darauf, dass für einen solchen Schritt die Zustimmung von mindestens 50 Prozent aller Tesla-Aktionäre notwendig wäre.

Der Sportartikelkonzern Adidas hat ein besser als erwartetes drittes Quartal erzielt und erwartet nun 2026 mehr operativen Gewinn als zunächst angenommen. Dabei profitiert das Unternehmen auch von Zollrückerstattungen aus den USA. Adidas erwartet für das laufende Jahr nun ein Betriebsergebnis von 2,5 Milliarden Euro, teilten die Herzogenauracher nach Börsenschluss mit. Bislang hatte das Management rund 2,3 Milliarden Euro in Aussicht gestellt.

Die Deutsche Börse ist im dritten Quartal dank guter Geschäfte mit ihren Produkten rund um den Finanzmarkt erneut zweistellig gewachsen. Zudem spielen ihr die weiter steigenden Zinsen in die Karten. Wegen der Leitzinsentwicklung und gestiegener Barbestände erhöhte der Konzern seine Prognose für das Treasury-Ergebnis 2026 um weitere rund 100 Millionen Euro. Entsprechend hob die Deutsche Börse auch ihre Ziele für die Nettoerlöse und das operative Ergebnis leicht an.

Die französische Supermarktkette Carrefour hat wegen der Unruhen in Frankreich seine Prognosen für das Gesamtjahr gesenkt. Sie halten aus Sicht des Konzerns Kunden fern, untergraben das Verbrauchervertrauen und erhöhen die Kosten. Der bereinigte Gewinn pro Aktie dürfte in diesem Jahr daher nur stabil bleiben oder leicht wachsen, teilte der Konzern mit. Bisher hatte der Händler mit einem "hohen einstelligen Wachstum" gerechnet.

Der Wohnimmobilien-Investor Grand City Properties ist in großem Stil beim deutlich größeren Rivalen LEG Immobilien eingestiegen. Das Unternehmen mit Sitz in Luxemburg, das von Berlin aus gesteuert wird, habe von Firmen aus der Finanzbranche weitere Anteile an der LEG erworben und halte nun 20,04 Prozent an dem Düsseldorfer Wohnungsunternehmen, teilte Grand City Properties mit.