Weiter über 25.000 Punkten DAX höher erwartet

Der DAX bleibt auch in der neuen Woche im Spannungsfeld hoher Ölpreise und Anleiherenditen. Etwas Entspannung kommt von der Wall Street, wo die Anleger den Beginn der Berichtssaison erwarten.

Der DAX behauptet zum Wochenstart sein leicht erhöhtes Niveau vom Freitag und bleibt über der Marke von 25.000 Punkten. Damit knüpft der deutsche Leitindex an die jüngste Erholung an und profitiert zudem von guten Vorgaben der Wall Street. Zum Wochenschluss hatte der DAX rund 1,1 Prozent auf 25.087 Zähler zugelegt.

Übergeordnet wird die Entwicklung am Anleihe- und Ölmarkt auch in der neuen Woche die Stimmung am deutschen Aktienmarkt beeinflussen. "Die beiden zentralen Belastungsfaktoren, Ölpreise und Anleiherenditen, zerren an den Nerven und führten zu Abschlägen bei Aktien und Gold, während die Renditen sowohl im Euroraum als auch in den USA in Nähe ihrer Hochstände verharren", resümiert Claudia Windt von der Landesbank Helaba die Schwankungen an den Märkten.

Die Expertin geht davon aus, dass die Stimmung noch bis mindestens Anfang November, und damit bis zu den Zwischenwahlen in den Vereinigten Staaten von Amerika, angespannt bleiben wird. "Vielleicht ergibt sich dann wenigstens eine Lösung im US-Iran-Konflikt", hofft sie.

Denn solange der Krieg weitergehe, würden die Ölpreise kräftig schwanken. Die Lage an den Rentenmärkten bleibe unterdessen heikel, zumal es laut Windt "für die aus dem Ruder laufenden Haushaltsdefizite keine kurzfristige Lösung gibt". Das betreffe sowohl die USA als auch Frankreich. "Solange die Geldpolitik aufgrund der hohen Ölpreise an der Zinsschraube drehen muss, werden die Zinskosten weiter zulegen und so die Staatshaushalte belasten."

Mit dem Start in die US-Berichtssaison kommt ab Dienstag noch ein dritter Impulsgeber für die Richtung im DAX ins Spiel. Denn die US-Berichtssaison, die traditionell früher startet als in Europa, beginnt mit den Ergebnisausweisen der Banken.

Anleger werden die Berichte und vor allem die Ausblicke der Geldhäuser genau prüfen, denn Hinweise auf Änderungen des Marktumfeldes finden sich meist schon frühzeitig in den Büchern der Banken wieder. "Die Banken sind ein guter Indikator dafür, wie sich die Kreditnachfrage entwickelt und wie die allgemeine Wirtschaftslage ist", sagte Kim Forrest, Chefanlegerin bei Bokeh Capital Partners.

"Das gibt uns auch Aufschluss darüber, was die Notenbank Federal Reserve (Fed) möglicherweise tun wird", so Forrest. Und obendrein könnten sich die Inflationsdaten in den Vereinigten Staaten für September womöglich auf die Leitzinspläne der Notenbank Federal Reserve auswirken.

Hierzulande stehen in der neuen Woche vor allem Autobauer im Blick. Dabei ist VW heute mit einem Investoren-Update während der Paris Motor Show sowie dem Autoabsatz für das dritte Quartal im Fokus. Am Dienstag gibt es von VW und dessen Sportwagentochter Porsche sowie von BMW, letzte Signale zum abgelaufenen Quartal vor der Schweigeperiode.

Die asiatischen Aktienmärkte sind zum Wochenstart angesichts der anlaufenden US-Berichtssaison und geopolitischer Unsicherheiten kaum vom Fleck gekommen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen bewegte sich zuletzt kaum. An der japanischen Börse in Tokio wurde feiertagsbedingt nicht gehandelt.

Leicht sinkende Ölpreise und nachlassende Sorgen über die Nachhaltigkeit des Investitionsbooms im Bereich Künstlicher Intelligenz (KI) haben den US-Aktienmärkten am Freitag Rückenwind gegeben. Zurückgehende geopolitische Spannungen im Nahen Osten hellten die Anlegerstimmung ebenfalls auf. US-Präsident Donald Trump hatte versichert, dass die Vereinigten Staaten vor den Zwischenwahlen im November keinen Angriff auf Iran starten würden.

Der Dow Jones gewann 0,8 Prozent auf 51.654 Punkte. Auf Wochensicht hat der Index damit um knapp ein Prozent zugelegt. Der marktbreite S&P 500 stieg am Freitag um 0,6 Prozent auf 7.811 Zähler. Für den Auswahlindex Nasdaq 100 ging es um 0,5 Prozent auf 30.883 Punkte aufwärts, nachdem er tags zuvor wegen KI-Ängsten um bis zu zwei Prozent eingeknickt war.

Microsoft-Chef Satya Nadella hat aus Sorge vor einem Kontrollverlust eine Art "Notbremse" in Künstlicher Intelligenz (KI) gefordert. Ein Mensch müsse immer in der Lage sein, ein KI-Modell mitten in einer Aufgabe zu stoppen oder abzuschalten, schrieb Nadella in einem Beitrag auf der Online-Plattform X.