Regenwald in Brasilien Amazonas-Abholzung auf historischem Tiefstand

Die Abholzung im brasilianischen Amazonas ist auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen 1988 gesunken. Die Regierung wertet den Rückgang als Erfolg der Schutzbemühungen von Präsident Lula, der gerade im Wahlkampf ist.

Die Entwaldung im brasilianischen Amazonasgebiet ist nach Angaben der Regierung auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1988 gesunken.

Offizielle Satellitendaten zeigten, dass der Regenwald zwischen August 2025 und Juli 2026 eine Fläche von 3.335 Quadratkilometern verlor. Das stellt einen Rückgang von fast 42 Prozent gegenüber dem Vorjahr dar.

Da der Regenwald große Mengen an Treibhausgasen aufnimmt, hat der Schutz des Amazonas im Kampf gegen den Klimawandel eine große Bedeutung.

Regierung Lulas: Anstieg unter Bolsonaro umgekehrt

Die Zahlen belegen nach Angaben der Regierung den Erfolg der erneuten Bemühungen unter Präsident Luiz Inácio Lula da Silva, die Abholzung einzudämmen. Damit sei der Anstieg unter dessen Vorgänger Jair Bolsonaro umgekehrt.

Während Bolsonaros Amtszeit von 2019 bis 2022 stieg die Abholzung im Amazonasgebiet laut offiziellen Angaben um rund 60 Prozent. Mehr als 45.000 Quadratkilometer Regenwald wurden in dieser Zeit gerodet. Unter Lula sei die Abholzung seit 2023 um 71 Prozent zurückgegangen, wie die Regierung mitteilte. Er selbst schrieb nach Veröffentlichung der Zahlen im Onlinedienst X: "Unser Ziel ist es, bis 2030 die illegale Abholzung auf null zu senken."

Lula will Ende des Monats wiedergewählt werden. Der Sohn seines Vorgängers, Flávio Bolsonaro, kandidiert bei der Stichwahl um die Präsidentschaft gegen ihn. Lula war bei der ersten Wahlrunde überraschend hinter Bolsonaro gelandet.