50 Jahre Muppet Show Kermit, Miss Piggy und die Kunst des gepflegten Unsinns
Kleine Puppen mit großen Klappen - vor 50 Jahren startete die Muppet Show. Mit Miss Piggys und Kermits frechen Witzen, Musik und prominenten Gästen wurde aus Puppentheater eine weltweite Erfolgsgeschichte.
Am 5. September 1976 flackerte etwas über die britischen Fernsehbildschirme, was es so noch nicht gegeben hatte: die knallbunten, singenden und tanzenden Stoffpuppen der Muppet Show - die nicht vorrangig für Kinder, sondern für Erwachsene an den Start gingen.
In einer Art schräger Varietéshow führten der grüne Frosch Kermit, Fozzie Bär, die Schweinsdame Miss Piggy oder die Herren Statler und Waldorf mit frechen Witzen, Musik und prominenten "Menschen-Gästen" durch den Sonntagabend. Schon Elton John, Rockmusiker Alice Cooper und die deutsche Schauspielerin Elke Sommer ließen sich von den Muppets auf der Nase herumtanzen.
Hollywood-Star Elke Sommer zusammen mit Kermit, dem Frosch, in der Muppet-Show am 25. Januar 1979
Produziert wurden alle 120 Episoden der fünf Staffeln im ATV Elstree Studio vor den Toren Londons. Dabei war der Schöpfer der Muppets, Jim Henson, US-Amerikaner. Doch die US-Studios hatten - nach Hensons großem Erfolg mit der Sesamstraße dort - das Konzept einer Muppet-Show für Erwachsene abgelehnt.
Ein britischer Fernsehproduzent knüpfte seine Unterstützung an die Bedingung, dass die Muppets über den Teich nach Großbritannien kommen. "Bei ATV haben wir alle Muppets ins Herz geschlossen", erinnert sich Kameramann Jeremy Hoare bei der BBC. "Jeder kam vorbei und schaute sich das an. Sonst sah man die Kantinenfrauen nie in den Studios - außer wenn die Muppets liefen."
Eine der erfolgreichsten TV-Sendungen der 1970er-Jahre
Im Vereinigten Königreich schlug die Serie voll ein. Sie wurde in mehr als 100 Ländern ausgestrahlt. Mit weltweit bis zu 235 Millionen Zuschauern pro Woche galt die Muppet Show Ende der 1970er-Jahre als eine der erfolgreichsten Fernsehsendungen der Welt.
"Das Publikum war begeistert", sagt Lord Michael Grade, Neffe des britischen Investors. "Die Show war neu, intelligent, witzig. An manchen Stellen sympathisch respektlos. Man hatte ein Date mit den Muppets. Und es hat immer gehalten, was es versprochen hat. Jim Henson hat das Publikum nie enttäuscht."
Zusammen mit Kermit war Muppet-Schöpfer Jim Henson im Oktober 1983 zu Gast bei "Wetten, dass...?" mit Frank Elstner.
Der US-Amerikaner selbst kam in Interviews viel ruhiger rüber als seine schrillen Puppen. Am ehesten identifizierte er sich mit dem meist besonnenen Frosch Kermit. "Ich habe ihn so lange gespielt", sagte Jim Henson. "Er ist sicherlich ein Teil von mir - wenn auch wahrscheinlich nicht mein ganzes Ich." Kermit genieße es mehr als er, im Rampenlicht zu stehen.
Jim Henson - ein Visionär für seine Kollegen
Für seine Kollegen galt Henson als Visionär und Pionier, der eine enorme Leidenschaft für seine Puppen hatte. So übte er mit den Kollegen vor dem Spiegel und begutachtete jede Puppe genau. Immer wieder wurden die alten geflickt und neue geschaffen.
"Jim hatte diese Welten im Kopf", erinnert sich Autor Joseph Bailey. Es sei eine gute Stimmung gewesen - auch weil es keine anzüglichen Witze gegeben habe oder über Politisches gesprochen worden sei. "Also war niemand sauer. Es war einfach reine Comedy."
Am 16. Mai 1990 starb Jim Henson mit nur 53 Jahren an einer verschleppten Lungenentzündung. Seine Muppets jedoch - Kermit, Miss Piggy und Fozzie Bär - leben bis heute weiter. In mehreren Fernseh- und Kinofilmen und einer riesigen Merchandise-Welt.
Beim Finale der Fußball-WM 2026 in den USA waren die Muppets Teil der Halbzeitshow.
Zuletzt traten Miss Piggy und Kermit beim Krönungskonzert für König Charles auf Schloss Windsor auf und brachten damit, wie für die Muppets so typisch, nicht nur die royalen Steppkes zum Lachen, sondern auch deren Großeltern: König Charles und Königin Camilla selbst.


