Filmfestspiele in Venedig "Woman Unknown" gewinnt - Spezialpreis für Gaza-Doku
Eine Auszeichnung bei den Filmfestspielen in Venedig zählt für Filmschaffende zu den wichtigsten Ehrungen. In diesem Jahr ging der Goldene Löwe für den besten Film an "Women Unknow" von May el-Toukhy. Einen Preis gab es auch für eine Gaza-Doku.
Bei den Filmfestspielen in Venedig sind die Goldenen Löwe verliehen worden: Als bester Film wurde "Women Unknown" geehrt. Der Film der Regisseurin May el-Toukhy erzählt die Geschichte einer jungen Dänin kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Hauptdarstellerin des Films, Mathilde Arcel, wurde in Venedig als beste Schauspielerin ausgezeichnet. John Malkovich bekam den Goldenen Löwen als bester Schauspieler für seine Rolle als CIA-Agent in dem Film "Wild Horse Nine".
Die zweitwichtigste Auszeichnung der Filmfestspiele, der Große Preis der Jury, ging an "Possible Love" von Lee Chang-dong.
Ehrung für Gaza-Doku
Ausgezeichnet wurde auch die Gaza-Doku "Naza". Sie gewann den Spezialpreis der Jury. Der Film, bei dem die israelische Journalistin Rachel Szor zusammen mit ihrem Kollegen Yuval Abraham Regie führte, hatte bei seiner Premiere in Venedig mit 25 Minuten stehenden Ovationen wohl einen Rekord aufgestellt, wurde auch von Kritikern hoch gelobt und galt als einer der Favoriten auf den Goldenen Löwen.
In "Naza" berichten israelische Militärvertreter und Geheimdienstler anonym, wie die israelische Armee im Gazastreifen palästinensische Zivilisten tötete. Die israelische Armee weist Vorwürfe aus dem Film zurück. Ein Sprecher hatte in einer Reaktion auf den Film der Terrororganisation Hamas vorgeworfen, militärische Infrastruktur gezielt in zivile Gebiete einzubetten.
Zu wenige Frauen in Venedig vertreten?
In Venedig hatte es eine Diskussion über den geringen Frauenanteil unter den Wettbewerbsbeiträgen gegeben. "Woman Unknown" war anfangs der einzige Film einer Frau unter den zunächst 20 Wettbewerbsfilmen. Die nachträgliche Aufnahme von "Naza" verbesserte das Geschlechterverhältnis nur geringfügig.
Der geringe Frauenanteil war unter anderem bei der diesjährigen Jury-Präsidentin Maggie Gyllenhaal auf Kritik gestoßen. "Es gibt ein systemisches Problem", sagte die US-Schauspielerin und Filmemacherin bei der Pressekonferenz zur Eröffnung des Festivals. Es sei für Frauen "viel schwieriger", eine Finanzierung für ihre Filme zu bekommen.
Die Filmfestspiele in Venedig zählen neben den Filmfestspielen in Cannes zu den bedeutendsten der Welt.



