Verschwendung in der EU Pro Bürger landen jährlich 129 Kilo Lebensmittel im Müll

Jeder EU-Bürger wirft pro Jahr Dutzende Kilogramm Lebensmittel weg, wie eine neue Statistik zeigt. Dagegen soll vorgegangen werden - auf europäischer und nationaler Ebene.

Das Ausmaß der Lebensmittelverschwendung in der Europäischen Union bleibt auf konstant hohem Niveau. Wie das Statistikamt Eurostat mitteilte, landeten in der EU im Jahr 2024 pro Person 129 Kilogramm Lebensmittel im Müll - darunter sind jedoch auch nicht essbare Teile.

Insgesamt erzeugte die EU den Angaben zufolge 57,9 Millionen Tonnen entsprechender Abfälle - ein leichter Anstieg von 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Haushaltsabfälle machen laut der Statistik mit 53 Prozent mehr als die Hälfte aller Lebensmittelabfälle aus, weitere zwölf Prozent entfallen auf Restaurants und Lebensmitteldienstleister.

Die restlichen 35 Prozent fallen in früheren Phasen der Versorgungskette an, vor allem bei der Herstellung.

Verschwendung auch in Deutschland

Der Wert für Deutschland entspricht seit Jahren weitgehend dem EU-Durchschnitt. Erst kürzlich erklärte das Bundesernährungsministerium dazu: "Weiterhin landen zu viele Lebensmittel im Müll." Das Ministerium verwies auf eine 2019 beschlossene nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung.

Dabei setze man auf freiwillige, strukturierte Kooperation statt auf Zwang und Verbote. Strafen seien grundsätzlich nicht das richtige Gegenmittel, hieß es.

Neue EU-Abfallrahmenrichtlinie

Zudem gelten durch eine neue EU-Abfallrahmenrichtlinie künftig europaweit verpflichtende Reduzierungsziele für Lebensmittelabfälle.

Für Verarbeitung und Herstellung ist demnach eine Verringerung der Abfälle um zehn Prozent bis 2030 vorgegeben. Für den Einzelhandel, die Außer-Haus-Verpflegung und die Haushalte müsse "in Summe eine Reduzierung von 30 Prozent pro Kopf erfolgen", so das Ziel.