Trinkverhalten junger Menschen Weniger Alkoholkonsum - Rauschtrinken bleibt beliebt
Junge Menschen in Deutschland trinken laut einer Studie seltener Alkohol. Der Vollrausch reizt allerdings nach wie vor einen konstanten Anteil der Jugendlichen - und zwar vor allem unter jungen Männern.
Trotz einer positiven Entwicklung beim Alkoholkonsum von Minderjährigen und jungen Erwachsenen bleibt das sogenannte Rauschtrinken bei jungen Menschen auf einem hohen Niveau. Dabei gibt es große geschlechtsspezifische Unterschiede. Zu diesem Ergebnis kommt die Drogenaffinitätsstudie 2025 zum Alkoholkonsum junger Menschen in Deutschland, die das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) vorgelegt hat.
Regelmäßiger Alkoholkonsum ist dabei bei jungen Erwachsenen so unbeliebt wie noch nie. 34,7 Prozent der jungen Männer und 14,3 Prozent der jungen Frauen gaben an, in den letzten zwölf Monaten vor der Befragung mindestens einmal pro Woche Alkohol getrunken zu haben. Dies sei der niedrigste Stand seit Beginn der Befragungen im Jahr 1973. Bei den 12- bis 17-jährigen Jungen tranken nach eigenem Bekunden 9,2 Prozent mindestens einmal wöchentlich, bei den Mädchen waren es 4,1 Prozent.
Exzessives Trinken bei Männern weiter verbreitet
Zudem ist das Durchschnittsalter beim ersten Glas Alkohol gestiegen. Konkret zeigen die Zahlen, dass 60,7 Prozent der männlichen und 57 Prozent der weiblichen Jugendlichen zwischen zwölf und 17 Jahren im vergangenen Jahr mindestens einmal im Leben Alkohol getrunken hatten - rund ein Drittel weniger als 2001.
Fast die Hälfte aller jungen Männer in Deutschland neigt allerdings zumindest zeitweise zu exzessivem Alkoholkonsum. Demnach kam das sogenannte Rauschtrinken 2025 bei 45,8 Prozent der Männer zwischen 18 und 25 Jahren vor. Bei der vorherigen Erhebung 2023 waren es 46,2 Prozent. Trotz eines leichten Rückgangs liegt der Wert laut BIÖG damit weiterhin auf hohem Niveau. Lediglich während der Corona-Pandemie 2021 war das Rauschtrinken bei jungen Männern auf 37,8 Prozent zurückgegangen.
Bei den jungen Frauen gab es beim Rauschtrinken laut BIÖG zwischen 2023 und 2025 einen Rückgang von 32,0 auf 26,1 Prozent.
Streeck weiter für Abschaffung des "begleiteten Trinkens"
Nach Einschätzung des Beauftragten der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen, Hendrik Streeck, geht die Entwicklung in die richtige Richtung. "Junge Menschen trinken heute seltener, sie beginnen später mit Alkohol und der regelmäßige Konsum liegt auf einem historischen Tiefstand. Das ist ermutigend", sagte der CDU-Politiker. "Es wäre aber falsch, daraus eine Entwarnung abzuleiten."
Die von der Bundesregierung geplante Abschaffung des sogenannten begleiteten Trinkens ab 14 Jahren sei "ein längst überfälliger Schritt", so Streeck. Jugendschutz müsse dort besonders klar sein, wo gesundheitliche Risiken besonders groß seien.

