Vor Protesten in Indien Gründer der "Kakerlaken-Bewegung" festgenommen
Vor einer geplanten Demonstration gegen Indiens Wahlkommission ist der Gründer der sogenannten Kakerlaken-Bewegung festgenommen worden. Die Bewegung fordert den Rücktritt des Chefs der Wahlkommission.
Die indische Polizei hat im Vorfeld einer geplanten Großdemonstration gegen die Wahlkommission den Gründer der sogenannten Kakerlaken-Bewegung (CJP) festgenommen. Das bestätigte die CJP in mehreren Onlinediensten. Mit ihm seien zwei weitere führende Mitglieder nach der Landung ihres Flugzeugs in der Hauptstadt Neu-Delhi festgenommen worden.
Fernsehberichten zufolge hatte die Polizei Abhijeet Dipke zuvor aufgefordert, die geplante Demonstration abzusagen, weil die Behörden sie verboten hätten. Parallel ging die Polizei in der Hauptstadt mit einem Großaufgebot gegen potenzielle Protestteilnehmer vor. U-Bahn-Stationen wurden gesperrt, wichtige Straßen blockiert und das mobile Internet gekappt.
CJP wirft Wahlkommission Manipulation vor
Die CJP fordert den Rücktritt des Chefs der Wahlkommission, Gyanesh Kumar. Hintergrund der geplanten Proteste ist die umstrittene Überprüfung von Wählerverzeichnissen durch die Wahlkommission. Diese Prüfung soll nach Angaben der Kommission dazu dienen, doppelte Einträge und die Namen nicht wahlberechtigter Menschen zu entfernen.
Zuvor hatte der stellvertretende Leiter der Wahlkommission laut einem Medienbericht Bedenken gegen die Streichung von rund 130 Millionen Wählern geäußert. Auch weitere Oppositionsparteien und Kritiker beklagen, der Schritt könne Menschen ihres Wahlrechts berauben, was der Regierungspartei von Premierminister Narendra Modi zugutekäme.
Die "Kakerlaken-Bewegung" war im Mai zunächst als satirische Reaktion auf Äußerungen des Obersten Richters Surya Kant entstanden. Er hatte junge Regierungskritiker während einer Anhörung Berichten zufolge mit "Kakerlaken" und "Parasiten" verglichen. Im Juli protestierte die Bewegung gegen Missstände im Bildungssystem. Nach dem Rücktritt des Bildungsministers erklärte die "Kakerlaken-Bewegung" ihre Proteste für beendet.




