Krieg gegen die Ukraine Russland meldet Drohnenangriffe in St. Petersburg

Die Ukraine hat in St. Petersburg nach russischen Angaben erneut Ölanlagen und ein Logistikzentrum angegriffen. Behörden zufolge kam dabei ein Mensch ums Leben. Auch die Ukraine meldet massiven Beschuss ihrer Energieanlagen und Tote.

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff in der Region St. Petersburg ist nach russischen Behördenangaben ein Mensch getötet worden. Fünf weitere Personen wurden verletzt, erklärte Gouverneur Alexander Beglow.

Den Angaben zufolge brachen an einem Ölterminal im Hafen, einem Öllager und in mehreren Industriehallen Feuer aus. Auch ein Logistikzentrum des russischen Online-Händlers Ozon brannte demnach. Das Internetunternehmen VK meldete, sein Rechenzentrum sei ebenfalls von Drohnen angegriffen worden, der Betrieb laufe aber weiter.

Flughafen setzt Betrieb aus

Behörden zufolge wurden in der Region 126 Drohnen abgeschossen. Trümmer seien jedoch auf Wohnhäuser, Autos und Stromleitungen gestürzt und hätten Stromausfälle verursacht. Der Flughafen St. Petersburg setzte laut der Nachrichtenagentur Tass zeitweise seinen Betrieb aus.

Das genaue Ausmaß der Schäden ist noch unklar. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau schoss die russische Flugabwehr in der Nacht insgesamt 1.015 ukrainische Drohnen über verschiedenen Regionen des Landes ab.

"Energie-Feuerpause" hält nicht

Unterdessen wurde auch aus der Ukraine wieder massiver Beschuss gemeldet. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warf Russland dabei erneut Angriffe auf den Energiesektor seines Landes vor. "Seit der Ankündigung des amerikanischen Präsidenten vor einer Woche hat Russland den Energie-, Öl- und Gassektor der Ukraine 76-mal gezielt angegriffen", erklärte Selenskyj auf der Plattform X.

Die jüngsten Angriffe hätten Umspannwerke in den Regionen Winnyzja, Schytomyr, Chmelnyzkyj und Odessa getroffen, erklärte er. Eine von US-Präsident Donald Trump verkündete angebliche Übereinkunft zu einer Feuerpause für die Energie-Infrastruktur war zuvor weder von der Ukraine noch Russland bestätigt worden.

Mehrere Tote in der Ukraine

Bei Attacken auf die Stadt Saporischschja im Südosten wurde der Militärverwaltung zufolge eine Frau getötet und mehrere Personen verletzt. Auch in der zentralukrainischen Großstadt Poltawa gab es demnach eine Tote und mehrere Verletzte.

Die Ukraine wehrt sich seit Februar 2022 mit westlicher Unterstützung gegen den russischen Angriffskrieg. Sie greift dabei inzwischen auch immer wieder Ziele in Russland an, um Moskau die Fortsetzung des Kriegs zu erschweren.

Mit Informationen von Stephan Laack, ARD-Studio Moskau