Starker Handelsstart Ölpreis sinkt - DAX steigt über 25.000 Punkte
Der DAX kehrt zurück über die Marke von 25.000 Punkten. Aber wie nachhaltig ist der Kursanstieg? An der Börse gibt es weiterhin viele Unsicherheitsfaktoren - auch mit Blick auf den Rohölmarkt, wo die Preise zuletzt nachgaben.
Im frühen Handel legt der deutsche Leitindex DAX um 0,9 Prozent auf 25.034 Punkte zu. Die runde Marke ist damit zumindest vorerst zurückerobert. Gestern war der DAX 1,2 Prozent auf 24.806 zurückgefallen.
"Der Sprung zurück über die psychologische 25.000-Punkte-Marke sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass unter der Oberfläche erhebliche Unsicherheitsfaktoren glimmen. Womöglich haben sich derzeit Schnäppchenjäger auf die Jagd begeben", kommentiert Timo Emden, Chefmarktanalyst von CapTrader.
Laut dem Analysten Frank Sohlleder vom Broker ActivTrades lautet die zentrale Frage für den Wochenabschluss, ob dem DAX die charttechnische Rettung über die 200-Tage-Linie gelinge. Die viel beachtete 200-Tage-Linie für den längerfristigen Trend verläuft derzeit bei 24.857 Punkten. Würde der DAX unter diese Kursmarke fallen, wären aus charttechnischer Sicht weitere Einbußen wahrscheinlich.
Für etwas Entlastung sorgen zum Wochenschluss die Energiepreise. Die Preise für die Rohöl-Sorten Brent und US-Öl WTI fallen zurück. Die Stimmung bessert sich leicht, weil US-Präsident Donald Trump erklärt hatte, sein Land werde den Iran nicht vor den US-Wahlen im kommenden Monat angreifen. Er sprach von produktiven Gesprächen zur Beendigung des Krieges.
Aber welches Gewicht ist Äußerungen des US-Präsidenten beizumessen? "Die große Frage für die Märkte ist, ob Trump bei seinem Wort bleibt, falls sich die iranischen Angriffe verstärken", sagte Nick Twidale, Chef-Marktstratege bei ATFX Global.
Der DAX hänge weiterhin am Tropf des Ölpreises und der Anleiherenditen, stellt Emden hierzu fest. "Beide zusammen bestimmen derzeit die Sauerstoffzufuhr der Aktienmärkte. Zwischen geo- und geldpolitischen Risiken sowie Frankreich-Sorgen bleibt der DAX im Würgegriff."
Bei den Einzelunternehmen steht SpaceX im Blickpunkt. Das Raumfahrtunternehmen mit seinem Satellitenbetreiber Starlink fordert die etablierten US-Mobilfunkanbieter wie T-Mobile US und Verizon heraus. SpaceX vereinbarte den Kauf eines landesweiten Portfolios an Niederfrequenz-Spektren, um künftig Mobilfunkverbindungen direkt aus dem All auf Smartphones anzubieten.
Die Anleger nehmen den neuen Wettbewerber sehr ernst: Die Aktien großer US-Telekomwerte fielen nachbörslich zurück, darunter auch T-Mobile US. Aktien des Mutterkonzerns Deutsche Telekom stehen am Morgen ebenfalls auf der Verkaufsliste und geben deutlich nach.


