Mehr als 70 Festnahmen Serie von Messerattacken an Schulen in Polen

In Polen sorgt eine Serie von Messerattacken an Schulen für Entsetzen. Am Donnerstag starben zwei Menschen nach einem Angriff auf eine Grundschule. Nun wurden bei einem weiteren Angriff drei Frauen verletzt.

Bislang galt Polen im Vergleich zu Westeuropa und Amerika als relativ sicheres Land, doch seit Kurzem erschüttern Messerattacken an Schulen das Land. Auch heute wurden bei einem weiteren Angriff drei Frauen verletzt. Er ereignete sich in Warschau an einer Schule für Jugendliche und Erwachsene. Dort fand heute Unterricht statt.

Eine 21-jährige Schülerin stach demnach im Sekretariat der Schule auf drei junge Frauen ein, die dort gerade Dokumente abgeben wollten. Ein Mitarbeiter der Schule habe der Angreiferin das Messer weggenommen und sie anschließend den herbeigerufenen Beamten übergeben, sagte ein Polizeisprecher.

Eine 17 Jahre alte Schülerin sei mit Schnittwunden an den Unterarmen in ein Krankenhaus gebracht worden. Die beiden anderen Opfer im Alter von 17 und 24 Jahren konnten vor Ort versorgt werden. Das Motiv für die Tat sei noch unklar. Die Tatverdächtige und die Opfer hätten sich nicht gekannt.

Polizei sieht keinen Zusammenhang mit anderen Angriffen

Es ist bereits die dritte Messerattacke in einer polnischen Schule innerhalb weniger Tage. Am Donnerstag war bei einem Messerangriff eines 15-Jährigen in einer Schule in Leszczydol-Nowiny etwa 70 Kilometer nordöstlich von Warschau die Hausmeisterin getötet worden, zwei weitere Menschen wurden verletzt.

Regierungschef Donald Tusk sagte, der Angreifer habe einen Helm mit einer darauf befestigten Kamera getragen. "Es war seine Absicht, die Messer-Aktion zu filmen."

Am Mittwoch hatte ein 19-Jähriger an einer Berufsschule in Ostroleka knapp 100 Kilometer nördlich von Warschau neun Menschen mit einem Messer verletzt, davon zwei schwer. Der Polizeisprecher sagte, es gebe bislang keine Hinweise darauf, dass der neueste Angriff in einem Zusammenhang mit den anderen Taten stehe.

Fast 60 Schulen am Freitag geschlossen

Die Ermittler untersuchen aktuell Drohnachrichten im Internet wie Ankündigungen, Fotos und Videos, die meist von Teenagern veröffentlicht wurden. Die Polizei spricht von 231 Verdachtsfällen. Man habe 76 Personen festgenommen.

Die Lage an den Schulen ist angespannt. Am Freitag wurden laut Bildungsministerium fast 60 Schulen in Polen geschlossen. Viele verschärften die Einlasskontrollen.

Mit Informationen von Palina Milling, ARD-Studio Warschau