Rettungsarbeiten in Indonesien Suche nach Vermissten in Wrack von Fähre

Nach dem Fährunglück in Indonesien suchen Rettungskräfte nach den noch mehr als 100 Vermissten in der Javasee. Ihre Hoffnung: Im Inneren der gekenterten Fähre könnten noch Menschen am Leben sein.

Im Inselstaat Indonesien suchen nach dem Kentern einer Fähre Hunderte Rettungskräfte weiter nach den noch 129 Vermissten. Die Teams sind Behördenangaben zufolge unter anderem mit Flugzeugen, mehr als einem Dutzend Schiffen sowie Rettungstauchern im Einsatz.

Sechs Menschen waren gestern tot geborgen worden, 108 Insassen wurden lebend gerettet. Die Fähre "Virgo Transport 8" war mit 243 Menschen an Bord auf dem Weg von der Großstadt Surabaya auf der Hauptinsel Java ins knapp 500 Kilometer entfernte Banjarmasin in der Provinz Süd-Kalimantan auf Borneo.

Notruf in rauer See

Der Kapitän hatte bei bis zu drei Meter hohen Wellen einen Notruf abgesetzt und gemeldet, dass die Fähre in der aufgewühlten See Schlagseite habe. Gegen 2.00 Uhr Ortszeit am Sonntag brach der Kontakt ab. Rund zwei Stunden später wurde gemeldet, dass das Schiff in den Gewässern von Masalembo rund 148 Kilometer von Banjarmasin entfernt gekentert war.

Menschen im Innenraum des Wracks?

Die Retter vermuten, dass noch Passagiere im Innenraum eingeschlossen sein könnten. Die Marine entsandte erfahrene Taucher einer Spezialeinheit und eine Unterwasserdrohne.

Ein Basarnas-Sprecher sagte, die Einsatzkräfte suchten aber auch auf Hochtouren nach Überlebenden, die möglicherweise an der Wasseroberfläche trieben. "Wir bleiben zuversichtlich, weitere Überlebende zu finden“, so Behördenchef Mohammad Syafii.

Immer wieder schwere Schiffsunglücke

Fähren und andere Passagierschiffe sind im weltgrößten Inselstaat Indonesien ein wichtiger Teil des Verkehrsnetzes: In dem aus mehr als 17.000 Inseln bestehenden Archipel sind viele Menschen auf den Schiffsverkehr angewiesen.

Immer wieder kommt es auch zu schweren Fährunglücken. Die Schiffe transportieren Passagiere über teils stark befahrene und bei schlechtem Wetter auch raue Gewässer. Sicherheitsstandards werden dabei oft nur unzureichend durchgesetzt, zudem sind die Fähren oft überfüllt.