Jemen Viele Tote bei Huthi-Angriff auf Militärlager

Die Huthi-Miliz beschießt im Jemen ein Militärlager offenbar mit mehreren ballistischen Raketen. Mindestens 53 Soldaten kommen ums Leben. Die proiranische Miliz spricht von Vergeltung gegen Saudi-Arabien.

Bei einem Raketenangriff der Huthi-Miliz auf ein Militärlager im Jemen sind mindestens 53 Soldaten der international anerkannten Regierung getötet worden. Außerdem gebe es weitere 200 Verletzte, teilte die örtliche Provinzregierung mit.

Der Angriff traf den Angaben zufolge ein Trainingslager für Polizei- und Sicherheitskräfte im Süden des Landes. Die Huthi hätten drei ballistische Raketen auf das Lager al-Alam in der Provinz Schabwa abgefeuert. Demnach handelte es sich bei vielen Toten um neue Rekruten in der Ausbildung. Die Krankenhäuser in der Region seien mit den vielen Verwundeten überfordert, hieß es.

Die Provinzregierung forderte die international anerkannte Regierung und die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition gegen die Huthi auf, die Bereitstellung von Luftabwehr- und Frühwarnsystemen zu beschleunigen. Der Vorsitzende des regierenden Präsidialrats, Raschad al-Alimi, kündigte eine entschlossene Reaktion auf die Angriffe an, die er als "feige Terroranschläge" bezeichnete.

Keine Reaktion von Saudi-Arabien

Die proiranische Huthi-Miliz rechtfertigte den Angriff als Vergeltung gegenüber Saudi-Arabien. Das Lager sei beschossen worden, weil es von saudischen Offizieren betrieben werde, erklärte ein Huthi-Sprecher. Von Saudi-Arabien gab es zunächst keine Reaktion.

Die Huthi-Miliz und Truppen der international anerkannten Regierung des Jemen liefern sich seit September wieder verstärkt Gefechte. Regierungstruppen hatten zuletzt eine Offensive gestartet, um Gebiete nahe der strategisch wichtigen Meerenge Bab al-Mandab am Roten Meer zurückzuerobern. Auch Saudi-Arabien selbst war zuletzt immer häufiger Angriffsziel der Huthi. Zuletzt trafen Raketen unter anderem den Flughafen Riad, wo es viele Tote und Verletzte gab.

Der Krieg im Jemen dauert bereits seit 2014. Eine 2022 vereinbarte Waffenruhe war in diesem Jahr gescheitert.

Mit Informationen von Nina Amin, ARD-Studio Kairo