Wahl-Panne in Berlin Abgeordnetenhaus wird kleiner

Eine Neuauszählung in einem Berliner Wahlkreis hat ergeben, dass ein Direktmandat an die AfD und nicht - wie bislang angenommen - an die CDU geht. Das Berliner Abgeordnetenhaus wird daher fünf Sitze weniger haben als bisher gedacht.

- Nachzählung im Wahlergebnis in Spandau zeigt anderes Ergebnis

- AfD-Kandidat Tommy Tabor hat Direktmandat geholt hat, nicht Bettina Meißner (CDU)

- Wahlvorstand hatte Ergebnis korrekt notiert - Fehler soll bei späterer Übermittlung passiert sein

- Sitze im Abgeordnetenhaus jetzt neu berechnet

- Parlament um fünf Sitze kleiner

Im nächsten Berliner Abgeordnetenhaus werden weniger Abgeordnete sitzen als zunächst gedacht. Der Grund: Bei der regulären Überprüfung des vorläufigen Ergebnisses in Spandau ist ein Fehler aufgefallen. Demnach hat im Spandauer Wahlkreis 1 nicht die CDU-Kandidatin Bettina Meißner das Direktmandat gewonnen, sondern der AfD-Kandidat Tommy Tabor. Das bestätigte die Spandauer Bezirkswahlleiterin Katrin Zickert dem rbb am Freitag.

Tommy Tabor (AfD)

Grund der Nachzählung war Landeswahlleiter Stephan Bröchler zufolge, dass die per Telefon übermittelte Schnellmeldung des Ergebnisses nicht mit dem in der Niederschrift des Wahlvorstands übereinstimmte. Dort sei die korrekte Zahl festgehalten worden, nach der Tabor mit 34 Stimmen vorn liegt und nicht Meißner mit 80 Stimmen. "Woran das lag, kann ich im Augenblick nicht sagen", so Bröchler zur Deutschen Presse-Agentur.

Wohl 153 statt 158 Abgeordnete

Weil die CDU-Kandidatin kein Direktmandat bekommen habe, falle ein Überhangmandat weg, so Bröchler. Damit müsse auch die Zahl der Ausgleichsmandate neu berechnet werden - wodurch sich die Zahl der Abgeordneten im Landesparlament voraussichtlich verringert: "Es werden 153 Kandidaten einen Sitz im Abgeordnetenhaus erhalten, nicht 158, also fünf fallen weg", sagte Bröchler. Das sei zumindest der vorläufige Stand. Das hieße: Fünf Abgeordnete, die bisher davon ausgingen, vertreten zu sein, wären es doch nicht. "Wie sich das über die Parteien verteilt, da sind wir noch in den Berechnungen", sagte Bröchler. Er geht davon aus, dass am frühen Freitagnachmittag Klarheit herrscht. "Schlussendlich muss das alles dann durch den Landeswahlausschuss am 12. Oktober noch bestätigt werden."

Sendung: rbb|24, 02.10.2026, 11:09 Uhr Audio: rbb|24, 02.10.2026, Sabine Müller